Kritik der Händler an neuen Steuern
© Daniel Mikkelsen Leadersnet.jpg
Rainer Will, Handelsverband
RETAIL Redaktion 14.04.2026

Kritik der Händler an neuen Steuern

Die erhoffte wirtschaftliche Erholung lässt weiter auf sich warten. Laut Statistik Austria sind die Einzelhandelsumsätze im Februar real um 0,3% gesunken (nominell: +0,9%).

WIEN. Bereits im Jänner fiel das reale Wachstum mit +0,9% schwach aus, während die Kosten weiter steigen. Im Nonfood-Handel gingen die Umsätze im Februar sowohl nominell (-0,2%) als auch real (-0,9%) zurück. Auch gesamtwirtschaftlich trübt sich das Bild ein: Beim Economic Sentiment Indicator liegt Österreich aktuell auf dem drittletzten Platz in der Eurozone.

Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands, sagt: „Österreich zählt zu den Schlusslichtern bei der Wirtschaftsstimmung – und das Finanzministerium diskutiert ernsthaft über neue Steuern. Das ist das völlig falsche Signal zur falschen Zeit.“ In der aktuellen Lage brauche es Entlastung statt zusätzlicher Abgaben.

Besonders kritisch sieht der Handel mögliche neue Belastungen durch eine Plastiksteuer. Laut Großhandelspreisindex sind die Einkaufspreise für Primär-Kunststoffe und Gummi zuletzt um 10,6% gestiegen. Eine zusätzliche Abgabe würde diese Entwicklung verstärken und sich direkt auf die Konsumentenpreise auswirken. Eine PET-Flasche könnte dadurch um bis zu 6 Cent teurer werden.

Auch von der Landwirtschaft drohen Preissteigerungen: Aufgrund höherer Energiepreise könnten die Verkaufspreise an den Handel um 15 bis 20% steigen. „Wir warnen an diesem für die gesamte Wirtschaft sehr kritischen Zeitpunkt, zusätzliche finanzielle Belastungen einzuführen“, so Will. „Mit einer neuen Plastiksteuer würde die Entlastung durch bestehende Maßnahmen weitgehend verpuffen.“

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL