LINZ. Österreichs Familienunternehmen schätzen ihre eigene Zukunftsfähigkeit grundsätzlich positiv ein, sehen jedoch deutlichen Verbesserungsbedarf bei den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Das geht aus dem neuen „Zukunftsindex Familienunternehmen“ hervor, der von TQS Research & Consulting im Auftrag der Initiative Österreich 2040 erstellt und beim Family Business Summit 2026 in Linz präsentiert wurde.
Die Studie basiert auf einer Befragung von 103 Familienunternehmen. Während diese ihre eigene Zukunftsfähigkeit im Durchschnitt mit 86 von 100 Punkten bewerten, liegt der aggregierte Indexwert auf Basis von 44 Einzelindikatoren bei 74 Punkten. Studienautor Dieter Scharitzer fasst die Ergebnisse so zusammen: „Das eigene Haus ist in Ordnung – die Politik und die Rahmenbedingungen für den Wettbewerbsstandort Österreich sind es nicht“.
Als Stärke der Unternehmen werden vor allem Krisenfestigkeit und Resilienz (83 Prozentpunkte) sowie die strategische Handlungsfähigkeit genannt. Rund 95 Prozent der befragten Betriebe geben an, auf Veränderungen innerhalb von ein bis zwei Jahren reagieren zu können. Weitere genannte Faktoren sind langfristige Ausrichtung, hohe Identifikation der Eigentümerfamilien mit den Unternehmen sowie eine solide finanzielle Basis.
Gleichzeitig zeigen sich in zentralen Zukunftsbereichen Schwächen. Besonders kritisch bewertet werden Unternehmensnachfolge, Fachkräfte- und Nachwuchssicherung, die nachhaltige Transformation sowie die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich, der hier 57 Punkte erreicht.
Die Rahmenbedingungen werden insgesamt kritisch gesehen. 98 Prozent der Unternehmen beurteilen die Kostenstruktur im Vergleich zu EU-Mitbewerbern als nachteilig. Dennoch setzen 87 Prozent weiterhin auf Wertschöpfung im Inland.
Als wichtigste politische Handlungsfelder nennen die Unternehmen Bürokratieabbau, eine Senkung der Steuer- und Abgabenbelastung, Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel sowie die Reduktion von Energiekosten und eine stabile Energieversorgung. (red)