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Umsatzminus uneinholbar © APA/dpa/Michael Kappeler
© APA/dpa/Michael Kappeler

Redaktion 05.05.2020

Umsatzminus uneinholbar

Nach Shutdown alle Geschäfte wieder offen: Großer Kundenandrang bei Elektronikketten, Möbelhäusern und Friseuren, teilweise wenig bei Modehändlern.

WIEN. Lange Schlangen bei Elektronikketten, Möbelhäusern und Frisiersalons und teilweise wenig Andrang bei Modehändlern: Nach fast sieben Wochen Corona-Shutdown haben am Samstag auch Einkaufszentren, Friseure sowie alle Geschäfte mit über 400 Quadratmetern Verkaufsfläche wieder aufgemacht. Für manche Händler und Geschäfte lief der erste Tag umsatzmäßig gut, für einige eher verhalten.

Der Wiener Wirtschaftskammer-Handelsobmann Rainer Trefelik bestätigte diesen Eindruck. "Bei der Elektronik und bei Ikea hatten wir in Wien heute das Baumarktphänomen", spielte er auf lange Warteschlangen an, die sich vor zwei Wochen am ersten Öffnungstag von den Heimwerker-Stores gebildet hatten. "Aber ansonsten ist das Sackerlaufkommen noch sehr ausbaufähig", beschrieb Trefelik die generell noch gebremste Kauflaune der Hauptstädter.

Der Elektrohändler Mediamarkt/Saturn hatte für den ersten Tag mit eher wenigen Kunden gerechnet. "Doch unsere Vermutungen haben sich nicht bestätigt - wir konnten in all unseren Märkten quer durch Österreich einen sehr starken Kundenandrang registrieren", sagte eine Sprecherin.

Auf Wiens längster Einkaufsmeile, der Mariahilfer Straße, herrschte am Samstag um die Mittagszeit bereits ordentlich Trubel. Hier liegen viele Geschäfte internationaler Labels, die größer als 400 Quadratmeter sind und deshalb beim ersten Öffnungsschritt des Handels vor zwei Wochen noch geschlossen bleiben mussten. Den großen Ansturm dürften H&M, Peek & Cloppenburg und Co. nach eineinhalb Monaten Schließzeit aber trotzdem noch nicht gehabt haben. In den Filialen war recht viel Platz, Warteschlangen gab es dort nicht.

Von großer Kauflust und riesigem Kundenandrang war in der Salzburger Altstadt am Samstag trotz der Wiedereröffnung auch der größeren Geschäfte wenig zu spüren gewesen. Die Stadt war belebt, die Menschen gingen wieder einkaufen. Von der früheren Dichte an Einheimischen und Touristen war die Altstadt aber weit entfernt. Mit Mund-Nasen-Schutz-Maske fehlt ein bisschen die Leichtigkeit des Flanierens. Während es einen großen Andrang in der Klagenfurter Innenstadt und reges Treiben in Eisenstadt gab, zeigte sich ein eher durchwachsenes Bild für die Händler in Vorarlberg.

Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will ortet einen Umsatz-"Einmaleffekt" am ersten Tag der kompletten Geschäftsöffnung. "Insgesamt ist die Bilanz aber vorsichtig positiv", sagte er. Erst mit der Wiedereröffnung der Gastronomie am 15. Mai und einer damit verbundenen Frequenzsteigerung in Innenstädten, Einkaufsstraßen und Shoppingcentern werde es eine Umsatzstabilisierung geben, aber auf niedrigerem Niveau als vor der Krise. Weiterhin fordert der Handelsverband eine vorgezogene Steuerreform, um die Konjunktur und die Konsumausgaben anzukurbeln. (red)

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