LEIPHEIM / MÜNCHEN Der erste Praxistest von V-Markt Express im V-Markt München im Euro-Industriepark ist abgeschlossen. Das Pilotprojekt liefert wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung vernetzter Self-Checkout- und Express-Services im großflächigen Einzelhandel. Im Mittelpunkt stand das Zusammenspiel mehrerer Checkout-Formate im Tagesgeschäft: Fastlaner, mobile Handscanner, stationäre Self-Checkout-Terminals und Smart Exit.
Vernetztes System als Erfolgsfaktor
Die Auswertung zeigt eine grundsätzliche Offenheit gegenüber den neuen Angeboten. Grundlage waren im Zeitraum von Februar bis Mitte Juli 14.600 Sessions bei einer durchschnittlichen Einkaufsdauer von 23:31 Minuten. Bei den mobilen Express-Services entfielen 62,6 Prozent der Nutzung auf Handscanner und 37,4 Prozent auf den Fastlaner. „Der Pilot hat gezeigt, dass Express-Services im Großflächenhandel vor allem dann relevant werden, wenn sie als vernetztes System gedacht sind“, sagt Stefan Huemer, Vice President Digital bei Wanzl. „Für uns war entscheidend, die Nutzung nicht isoliert zu betrachten, sondern im Zusammenspiel mit Marktprozessen, technischer Stabilität und Kundenführung. Diese Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung des FastLaner® und künftiger Checkout-Konzepte ein.“
Auch die wiederkehrende Nutzung spricht für Akzeptanz: 30 Prozent der Fastlaner-Nutzer und über 61 Prozent der SB-Kassen-Nutzer griffen im Pilotzeitraum erneut auf das jeweilige Angebot zurück. „Für den Marktalltag ist entscheidend, dass neue Services nicht zusätzlich verkomplizieren, sondern den Einkauf erleichtern“, sagt Dominik Endres, IT- und Projektverantwortlicher bei V-Markt. „Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig Wahlfreiheit ist: Kunden konnten selbst entscheiden, ob sie klassisch kassieren, stationären Self-Checkout nutzen, mit Handscanner einkaufen oder den FastLaner® verwenden. Gleichzeitig hat sich bestätigt, dass persönliche Begleitung gerade in der Anfangsphase ein zentraler Erfolgsfaktor ist.“
Technische Integration und Retail Media
Neben Nutzung und Akzeptanz machte der Pilot deutlich, welche Faktoren für den Betrieb vernetzter Express-Services entscheidend sind. Dazu zählen Wahlfreiheit, Mitarbeitereinbindung, Systemstabilität und aktive Kundenansprache. „Bei einem Projekt unter Realbedingungen zeigt sich sehr schnell, wie wichtig stabile Prozesse und eine saubere Integration sind“, sagt Günther Glogger, Leiter Entwicklung & Projektleitung bei DRS. Auch die mobile Nutzerführung war ein zentraler Faktor. „Mobile Checkout-Services werden dann angenommen, wenn der Nutzen im Einkauf sofort verständlich wird“, sagt Nico Müller, CCO von Shopreme.
Ein zusätzlicher Erkenntnisbereich ist Retail Media am Einkaufswagen. Wanzl hat während der Pilotphase gemeinsam mit V-Markt ein praxisnahes Retail-Media-Konzept für den Fastlaner umgesetzt. Stephanie Jordan, Business Development Manager Digital & New Biz, betont: „Der Kern der konzeptionellen Überlegung bestand darin, ein Retail-Media-Konzept zu entwickeln, das mit möglichst geringem Implementierungsaufwand schnell umsetzbar und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig ist. Als Ausgangspunkt wurde bewusst der klassische Handzettel gewählt, dessen Inhalte auf den digitalen Einkaufswagen übertragen wurden. Damit sollte gezeigt werden, wie sich bestehende Handelskommunikation effizient in einen neuen Retail-Media-Kanal überführen lässt. Gleichzeitig eröffnet das Konzept Perspektiven für kontextbezogene Angebotsausspielungen, zielgerichtetes Targeting, neue WKZ-Modelle und ein systematisches Erfolgstracking. Entscheidend für den langfristigen Erfolg bleibt, dass die Inhalte für Endverbraucher einen erkennbaren Mehrwert bieten und sich nahtlos in das Einkaufserlebnis integrieren.“ Nach Abschluss der Pilotphase bleiben die Systeme bis Ende 2026 weiter im Einsatz. (red)
Website: wanzl.com