WIEN. Künstliche Intelligenz verändert nicht nur Berufsbilder, sondern auch die Anforderungen an Berufseinsteiger. Das zeigt das aktuelle „AI Jobs Barometer“ von PwC, für das weltweit mehr als eine Milliarde Stellenanzeigen aus 27 Ländern analysiert wurden. Demnach verändern sich die gefragten Fähigkeiten in KI-geprägten Berufen deutlich schneller als in anderen Tätigkeiten.
Besonders stark betroffen sind Junior-Positionen. Arbeitgeber erwarten dort zunehmend Kompetenzen wie kritisches Denken, Kollaboration, Veränderungsfähigkeit und Führung. „Wer heute in den Arbeitsmarkt einsteigt, wird von Anfang an gefordert“, sagt Rudolf Krickl, CEO von PwC Österreich. Für Unternehmen und Bildungseinrichtungen bedeute das, junge Beschäftigte künftig anders zu fördern und zu begleiten.
Mehr KI, mehr Produktivität
Die Studie widerspricht zugleich der Annahme, dass ein hoher KI-Einsatz zwangsläufig Beschäftigung kostet. Unternehmen in KI-intensiven Bereichen steigerten zwischen 2018 und 2025 ihre Produktivität um 34%, verglichen mit 24% bei Unternehmen mit geringer KI-Nutzung. Gleichzeitig wuchs die Beschäftigung in den KI-intensiven Unternehmen um 52%, gegenüber 36% in der Vergleichsgruppe.
PwC sieht darin ein bekanntes Muster technologischen Wandels: Automatisierung verdrängt einzelne Tätigkeiten, Produktivitätsgewinne können jedoch Wachstum ermöglichen und dadurch neue Aufgaben und Arbeitsplätze schaffen.
Besonders stark wachsen laut der Analyse jene Berufe, in denen KI Routinetätigkeiten übernimmt und dadurch menschliches Urteilsvermögen, Fachwissen und Entscheidungsfähigkeit wichtiger werden. Diese sogenannten „Professionalised Roles“ wachsen weltweit mehr als doppelt so schnell wie Tätigkeiten, die durch KI stärker standardisiert und damit leichter zugänglich werden.
KI-Know-how bringt Gehaltsplus
Auch finanziell gewinnen KI-Kompetenzen an Bedeutung. Stellen, die spezifisches Know-how etwa in Prompt Engineering oder Machine Learning verlangen, sind laut PwC weltweit mit einem durchschnittlichen Gehaltsaufschlag von 62% verbunden. Binnen eines Jahres stieg die Zahl der ausgeschriebenen Jobs mit entsprechenden Anforderungen um 69%.
Für Krickl liegt der entscheidende Wettbewerbsvorteil dennoch nicht allein in technischer Expertise. „KI-Tools kann heute jedes Unternehmen kaufen – kritisches Denken, Urteilsvermögen und Teamfähigkeit nicht.“ Unternehmen, die in diese Fähigkeiten investieren, könnten sich damit langfristig einen Vorsprung sichern.
Arthur Pichler übernimmt Bereichsleitung Einkauf bei Bipa
Mit 1. September übernimmt Arthur Pichler die Bereichsleitung Category Management bei Bipa Österreich. Er folgt auf Rebekka Schröcker, die innerhalb der Rewe Group zu Billa CEE wechselt.