Aktien & Co. beliebt
© Daniel Hinterramskogler
Christoph Boschan, Wiener Boerse
FINANCENET Redaktion 08.05.2026

Aktien & Co. beliebt

Der Wertpapierbesitz in Österreich steigt kontinuierlich.

••• Von Reinhard Krémer

WIEN. Der Trend zu Wertpapieranlagen setzt sich in Österreich fort: Laut Aktienbarometer 2026 besitzen mittlerweile 31% der österreichischen Wohnbevölkerung ab 16 Jahren Aktien, ETFs und andere Wertpapiere, was einer signifikanten Steigerung gegenüber der ersten Erhebung im Jahr 2023 (25%) entspricht.

Vermögensaufbau & Inflation
Die Studie wurde von Peter Hajek im Auftrag von Aktienforum, Industriellenvereinigung und Wiener Börse durchgeführt. Als wichtigste Motive nennen Anlegerinnen und Anleger den Vermögensaufbau, die Inflationsabsicherung sowie die Pensionsvorsorge.  Insbesondere die Altersvorsorge hat in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Weiterhin besteht ein Potenzial von rund 1,4 Millionen Personen, die noch nicht in Wertpapiere investieren, daran aber Interesse haben. „Der steigende Wertpapierbesitz zeigt, dass sich in Österreich zunehmend eine Kapitalmarktkultur etabliert. Dieses Momentum könnten politische Entscheidungsträger gut nutzen: Entscheidend ist, dass aus dem wachsenden Interesse auch substanzielle Kapitalvolumina entstehen. Dafür braucht es eine stärkere Verflechtung der öffentlich organisierten Altersvorsorge mit dem Kapitalmarkt. Nur so lassen sich langfristig tragfähige Kapitalpools aufbauen, die Innovation finanzieren und den Wohlstand sichern“, sagt Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse.

Listing Act reduziert Hürden
„Mit dem Listing Act werden administrative Hürden reduziert, was zu begrüßen ist. Für einen echten Schub für den heimischen Kapitalmarkt braucht es darüber hinausgehende, strukturelle Reformen. Die EU-Kommission empfiehlt etwa die Einführung einfacher, standardisierter Spar- und Investitionskonten. Während Länder wie Deutschland oder Polen hier bereits vorangehen und die skandinavischen Staaten seit Jahren funktionierende Modelle etabliert haben, fehlen hierzulande bislang konkrete Pläne“, sagt der Börse-Chef.

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