Bei den Pleiten wird  es nun endlich besser
© pixabay/csamhaber
FINANCENET Redaktion 03.04.2026

Bei den Pleiten wird es nun endlich besser

Der Rückstau bei den Firmeninsolvenzen wird sich bis Mitte 2026 weitgehend bereinigen, meldet A.C.I.C.

•• Reinhard Krémer

Das Austrian Credit Insurance Counsel A.C.I.C. analysiert viermal jährlich die österreichischen Insolvenzzahlen sowie Risikobewertungen 18 Branchen/-gruppen in 27 Ländern. Nachdem sich die Insolvenzzahlen in den beiden Vorquartalen rückläufig verhielten, verzeichneten die österreichischen Insolvenzen im vierten Quartal 2025 einen moderaten Anstieg. Der Jahresvergleich zeigt jedoch: Das Wachstum der Insolvenzen hat sich 2025 – gegenüber 2023 und 2024 – deutlich beruhigt.
A.C.I.C. stuft die Insolvenzentwicklung für das Jahr 2025 positiv ein. Der rasante Anstieg an Insolvenzen in den Vorjahren 2023 und 2024 kann als  Reaktion auf den pandemiebedingten historischen Tiefstand gesehen werden: „Wir sprechen hier von einem Aufholeffekt. Unsere Auswertungen zeigen, dass dieser Effekt weiterhin anhält“, so Peter Androsch, geschäftsführender Gesellschafter des Austrian Credit Insurance Counsel.

Gemäß A.C.I.C.-Prognosen wird sich der pandemiebedingte Rückstau bis Mitte 2026 weitgehend bereinigen.
Der abgeflachte Insolvenzanstieg im Jahr 2025 deutet darauf hin, dass sich die österreichische Insolvenzlandschaft zunehmend stabilisiert. Insgesamt gibt es im vierten Quartal 2025 60 positive und 69 negative Trendentwicklungen. Besonders positiv stechen Mexiko und Spanien hervor, während Italien und Deutschland die meisten negativen Trends verzeichnen.

Erholung bei Metallbranche
Eine wesentliche Erholung im Vergleich zu den Vorquartalen zeigt die Metallbranche.
Die Branchenbewertung der Dienstleistungsbranche verschlechtert sich signifikant. Im zweiten Halbjahr 2025 überzeugt Spanien mit einer starken wirtschaftlicher Dynamik.

Drei Faktoren sind dabei maßgeblich:
1. Tourismus als entscheidender Wachstumstreiber: 2025 überstieg die Zahl der Touristen erstmals wieder das Vor-Pandemie-Niveau.
2. Internationale Vernetzung: Historische und kulturelle Beziehungen zu Afrika und Südamerika eröffnen Zugang zu Arbeitskräften und machen Spanien zum attraktiven Investitionsstandort.
3. Strategische Zukunftsinvestitionen: Besonders im Bereich Digitalisierung und Nachhaltigkeit setzen staatliche Programme klare Impulse. Mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2050 forciert die spanische Regierung eine umfassende wirtschaftliche Transformation.

US-Zölle belasten weiter
Seit Mitte 2024 steht die Metallindustrie aufgrund sinkender Nachfrage aus China und einer deutlichen Abkühlung der Bauindustrie unter Druck.  Zusätzliche Belastung bringen die 2025 eingeführten US-Zölle. Die Entscheidung des Obersten US-Gerichts im Februar 2026, wonach Teile dieser Zölle rechtswidrig sind, sowie der seit 24.2.2026 geltende 10%-Importzuschlag betreffen jedoch nicht die Abgaben auf Aluminium- und Stahlimporte – diese bleiben weiterhin bei 50%. Zukunftssicherheit bringt die grüne Transformation: Die steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und erneuerbarer Energie stärkt die Bedeutung der Metallindustrie für die Automobil- und Energiebranche. Gleichzeitig steht die Reduktion des CO2-Fußabdrucks für die Metallindustrie immer mehr im Mittelpunkt, wodurch eine strombasierte Produktion an Relevanz gewinnt.

Vorteil für Europa
Europa steht hier klar im Vorteil,dank vielfältiger nachhaltiger Energiequellen und umfassender Förderprogramme. Somit profitieren die Metall- und Energiebranche voneinander: Je nachhaltiger die Energieproduktion, desto leichter kann die Metallindustrie Emissionen senken.  Gleichzeitig wächst mit dem Bedarf an grünen Technologien auch die strategische Rolle der Metallindustrie für den globalen Wandel.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL