EU fixiert Antwort auf  Arzneimittel-Probleme
© smarterpix/Marlon_Trottmann
HEALTH ECONOMY Redaktion 22.05.2026

EU fixiert Antwort auf Arzneimittel-Probleme

„Critical Medicines Act“ soll die Versorgung und Forschung im Arzneimittelbereich in der EU auf neue Beine stellen.

••• Von Sabine Stehrer

BRÜSSEL/WIEN. Er nennt sich Critical Medicines Act (CMA), der Rechtsakt zu kritischen Arzneien, mit dem die Arzneimittelproduktion in Europa gesichert und gestärkt werden soll. Dies vor allem, um die Abhängigkeit von Drittstaaten bei der Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten zu verringern und künftig Engpässe vermeiden zu können. Derzeit stammen immerhin etwa 80 bis 90% der Medikamente in Europa aus Asien, vorwiegend aus China.

Keine Sorgen mehr
„Die Patienten in Europa sollten sich keine Sorgen mehr darüber machen müssen, ob wichtige Arzneimittel wie Antibiotika in ihrer Apotheke verfügbar sind“, beschreibt der zypriotische Gesundheitsminister Neophytos Charalambides die Motivation, den Rechtsakt zu erstellen.

Der CMA, auf den sich Unterhändler in Brüssel einigten, enthält Regeln, nach denen die Produktion von Arzneien leichter mit öffentlichen Geldern unterstützt werden kann. Gibt es bei der Versorgung mit einem Arzneimittel eine Abhängigkeit von anderen Ländern, sollen beispielsweise in Europa hergestellte Medikamente bevorzugt werden. „Dazu gehört, dass Lieferanten proportional zu dem Anteil der in der EU hergestellten Arzneimittel vergütet werden“, teilte das EU-Parlament mit. So sollen auch sichere Lieferketten geschaffen werden.

Regeln konsequent umsetzen
„Eine Niedrigpreispolitik, wie sie bisher üblich war, steht dem Ziel resilienter Lieferketten entgegen“, sagt dazu Alexander Herzog, der Generalsekretär der Pharmig, der in dem CMA aber auch Chancen sieht. Gespalten fällt auch die Reaktion des Österreichischen Generikaverbands (OeGV) auf die Erstellung des EU-Rechtsakts aus. „Wir begrüßen, dass der CMA Versorgungskriterien in der Beschaffung vorsieht, doch ohne angemessene Preise und ohne planbare Rahmenbedingungen in der Erstattung bleibt die Wirkung begrenzt“, erklärt OeGV-Präsident Wolfgang Andiel. Seitens des Fachverbands der chemischen Industrie (FCIO) nannte man den CMA „sehr wichtig“, die geplanten Regeln müssten aber auch „konsequent umgesetzt werden“.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL