EU fixiert Reformen  im Arzneimittel-Bereich
© APA/Hans Klaus Techt
HEALTH ECONOMY Redaktion 23.01.2026

EU fixiert Reformen im Arzneimittel-Bereich

Die Verfügbarkeit von Medikamenten soll sich bessern, die Abhängigkeit von Asien verringern – so der Plan der EU.

•• Von Martin Rümmele

WIEN/BRÜSSEL/AMSTERDAM. Im Detail umfassen die 104 EMA-Zulassungsempfehlungen 38 neue Wirkstoffe. 16 Arzneimittel dienen der Behandlung seltener Erkrankungen, 41 sind Biosimilars, zehn sind Generika, vier sind Impfstoffe. Neben den Erstzulassungen hat die EMA im vergangenen Jahr zu 89 bereits verfügbaren Arzneimitteln eine Indikationserweiterung empfohlen. 40 davon betreffen die Versorgung von Kindern und Jugendlichen.

Forschung zugänglich machen
„Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll, wie viel medizinischer Fortschritt entsteht, aber auch, wie wichtig es ist, diesen Fortschritt für die Menschen tatsächlich zugänglich zu machen. Hinter jedem dieser empfohlenen Arzneimittel steht die Hoffnung der Betroffenen auf mehr Lebensqualität“, betont Alexander Herzog, Generalsekretär des Arzneimittelverbandes Pharmig.

Das Europäische Parlament hat am Dienstag Vorschläge zudem der Kommission angenommen, um die Verfügbarkeit kritischer Arzneimittel in der EU zu verbessern. Ziel ist es, Engpässe zu bekämpfen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Der Plan zielt darauf ab, ein hohes Gesundheitsschutzniveau für EU-Bürger sicherzustellen, die Abhängigkeit der EU von Drittstaaten zu verringern und die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Pharmasektors zu stärken. Die Abgeordneten sprachen sich mit deutlicher Mehrheit unter anderem für die Schaffung industrieller strategischer Projekte innerhalb der EU aus. Diese sollen dazu beitragen, Produktionskapazitäten aufzubauen, zu modernisieren und zu erweitern.

Förderung in Österreich
Nationale Regierungen und die EU sollen diesen Projekten sowohl im laufenden Haushalt als auch im nächsten mehrjährigen Finanzrahmen Priorität einräumen. Unternehmen, die öffentliche Mittel erhalten, müssen klare Auflagen erfüllen – darunter die vorrangige Belieferung des EU-Marktes. Zudem sollen öffentliche Auftraggeber künftig Beschaffungskriterien anwenden, die Hersteller begünstigen, die einen wesentlichen Teil kritischer Arzneimittel in der EU produzieren. Österreich hat bereits angekündigt, dass der Life Science-Sektor Teil der neuen Industriestrategie sein wird.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL