WIEN. Die aktuellen ÖAK-Zahlen für 2025 zeigen eine klare Verschiebung im österreichischen Tageszeitungsmarkt. Bei den Gratis-Tageszeitungen steigerte Heute ihre verbreitete Auflage auf 453.573 Exemplare. Die Kombi Österreich & oe24 kommt auf 400.403 Stück und liegt damit um rund 15.000 Exemplare über dem Vorjahr.
Im Segment der Kauf-Tageszeitungen setzte Die Presse ein positives Signal und erreichte im Jahresschnitt 2025 (Mo–Sa) eine verkaufte Auflage von 65.847 Exemplaren. Davon entfallen 32.105 Stück auf E-Papers. Das entspricht einem digitalen Anteil von exakt 48,8 Prozent und ist damit der höchste E-Paper-Anteil im Markt.
Auch andere Qualitäts- und Regionaltitel weisen inzwischen substanzielle Digitalanteile auf: Der Standard kommt bei 56.047 verkauften Exemplaren auf 25.525 E-Papers – ein Anteil von 45,5 Prozent. Die Salzburger Nachrichten erreichen bei 58.376 verkauften Exemplaren einen E-Paper-Anteil von 27,7 Prozent. Die Kleine Zeitung liegt bei 241.927 verkauften Exemplaren und 61.393 E-Papers bei 25,4 Prozent. Die OÖNachrichten kommen auf 22,8 Prozent, die Vorarlberger Nachrichten auf 22,6 Prozent. Der Kurier Gesamt erreicht bei 93.812 verkauften Exemplaren einen E-Paper-Anteil von 19,7 Prozent.
Deutlich printlastiger bleiben weiterhin Boulevard- und einzelne Regionaltitel. Die Kronen Zeitung Gesamt verkauft 507.735 Exemplare, davon 59.143 digital – das entspricht 11,6 Prozent E-Paper-Anteil. Die Tiroler Tageszeitung kommt bei 62.142 verkauften Exemplaren auf 11,1 Prozent. Österreich Gesamt weist bei 16.656 verkauften Exemplaren einen Digitalanteil von 34,5 Prozent aus.
Damit zeigt sich eine klare Marktsegmentierung: Qualitäts- und urbane Titel sind inzwischen zu knapp oder deutlich über 45 Prozent digitalisiert, während Boulevardmarken weiterhin stark printgetragen sind.
Auch im Wochenend- und Magazinsegment bleibt die Entwicklung differenziert. Bei den Sonntagszeitungen dominiert weiterhin die Sonntagskrone mit 866.966 verkauften Exemplaren, während andere Titel ebenfalls Rückgänge verzeichnen. Bei den Supplements zeigen sich ebenfalls Anpassungen: The Red Bulletin liegt bei einer verbreiteten Auflage von 248.966 Exemplaren, tele – Das Fernsehmagazin bei 681.679 Stück.
In Summe verschiebt sich das Gewicht im österreichischen Printmarkt weiter in Richtung digitaler Nutzung und hybrider Geschäftsmodelle. Welche strategischen Schlüsse Verlage daraus ziehen, wie sich Produkt- und Preispolitik verändern und welche Rolle Print künftig im Mediamix spielt, beleuchtet medianet kommende Woche in einem ausführlichen Special mit Statements und Analysen aus der Branche. (red)
