Impfplan für 2026
© APA/dpa/Fabian Sommer
Impfungen gegen Gürtelrose und Pneumokokken für ältere Personen haben sich bewährt. Nächste Schritte sollen folgen.
HEALTH ECONOMY Redaktion 27.02.2026

Impfplan für 2026

Wenn es um den Impfschutz für Erwachsene geht, sieht der Verband der Impfstoffhersteller noch Luft nach oben.

••• Von Evelyn Holley-Spiess

WIEN. Es gehört zur guten Routine, dass sich der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) immer zu Jahresbeginn Gedanken über Verbesserungen im Impfwesen in Österreich macht. Auf dieser Basis wurde kürzlich der „Aktionsplan Impfen 2026“ präsentiert. Ein Kernpunkt dabei: Der Ausbau des Impfprogramms für Erwachsene.

Erfolgreiche Initiativen
„Österreich hat ein hervorragendes kostenfreies Kinderimpfprogramm, das sehr gut funktioniert“, fasst ÖVIH-Vizepräsidentin Sigrid Haslinger zusammen. „Jetzt ist es wichtig, zusätzlich den Bereich der Erwachsenenimpfungen weiter auszubauen, um die bestmögliche Prävention für alle Altersgruppen zu erreichen.“ Als positive Beispiele nennt der Verband die im Vorjahr eingeführten kostenfreien Impfungen gegen Gürtelrose und Pneumokokken, die von der Bevölkerung gut angenommen worden seien. Dies „vor allem deshalb, weil sich die Impfkommunikation sehr verbessert hat und die Impfstoffe auch im Rahmen eines öffentlichen Impfprogrammes finanziert werden“, sagt Renée Gallo-Daniel, Präsidentin des ÖVIH.

RSV-Impfung empfohlen
Als nächsten konkreten Schritt sprechen sich Experten dafür aus, die RSV-Impfung als aktive Immunisierung ins Erwachsenenimpfprogramm aufzunehmen – und dies sowohl aus gesundheitlichen als auch wirtschaftlichen Gründen. So trage RSV zur generellen Krankheitslast der älteren Bevölkerung bei. Je mehr Daten bekannt werden, desto eindeutiger würden die Ergebnisse zeigen, dass es nicht nur kurzfristig zu schweren Erkrankungen kommen kann, sondern auch langfristig. „Schätzungen gehen davon aus, dass es in Österreich jedes Jahr etwa 3.000 Krankenhausaufenthalte aufgrund von RSV gibt und rund 250 bis 500 Todesopfer“, berichtet Arschang Valipour, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin und Pneumologie der Klinik Floridsdorf. Je mehr Menschen höheren Alters geimpft wären, desto weniger negative Krankheitsfolgen wären zu erwarten. In weiterer Konsequenz könnten dadurch Folgekosten von Medikamenten bis hin zu Arbeitsausfällen reduziert werden.

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