••• Von Sabine Stehrer
WIEN/BRÜSSEL. EU-weit werden jede Minute fünf Krebsdiagnosen gestellt, und jede Minute sterben mehr als zwei Menschen an Krebs. Mit dem Ziel, die verbreitete und gefährliche Krankheit zu bekämpfen, erstellte die EU „Europas Plan gegen Krebs“. Prüfer des EU-Rechnungshofes sahen sich nun an, wie es um die Umsetzung des Plans bestellt ist. Es ergab sich ein gemischtes Bild. Schlecht sei, dass durch die Kürzung des Gesamtbudgets für das Programm EU4Health, das den Plan zur Krebsbekämpfung beinhaltet, um 35% oder eine Milliarde Euro die Zukunft des Plans gefährdet sei. Gut sei hingegen, dass mit dem Plan zahlreiche Maßnahmen unterstützt wurden, die potenziell von großem Nutzen sind. Nur hätten einige Projekte zu ähnliche Ziele verfolgt und ähnliche Zielgruppen angesprochen, was zu einem ineffizienten Einsatz der Gelder führte. Andere Projekte seien zwar gut konzipiert, würden aber von zu wenigen EU-Staaten übernommen.
Was Österreich anbelangt, ergab die Prüfung im Vergleich zum EU-Durchschnitt ein „gemischtes bis positives Bild“, wie es in dem Bericht heißt. Man stellte fest, dass das überarbeitete nationale Krebsrahmenprogramm für die Jahre 2026 bis 2035 ausdrücklich darauf abzielt, den EU-Plan zur Krebsbekämpfung zu verwirklichen. Zwei der vier Säulen des Plans, „Prävention“ und „Diagnose und Behandlung“, seien vollständig in der nationalen Strategie umgesetzt, die zwei übrigen, „Früherkennung“ und „Lebensqualität“ teilweise.
Weiters fiel den EU-Rechnungshofprüfern auf, dass das Verhalten der österreichischen Bevölkerung im Hinblick auf das Risiko, an Krebs zu erkranken, problematisch ist: Es werde hierzulande zu viel geraucht, zu viel Alkohol getrunken und zu viele Menschen hätten Übergewicht.
Besser als der EU-Schnitt
Besser als der EU-Durchschnitt sei Österreich, was die Ausgaben für die Krebsvorsorge sowie die Früherkennung von Darmkrebs und Gebärmutterhalskrebs anbelangt. Auch bei den Kapazitäten, die für die Behandlung von Krebserkrankungen zur Verfügung stehen, ist das Land besser aufgestellt als das EU-Durchschnittsland.
