Offen fürs Impfen
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Gerade bei jenen Impfungen, die für ­Erwachsene und Ältere empfohlen werden, sind die Wissens­lücken groß.
HEALTH ECONOMY Redaktion 15.05.2026

Offen fürs Impfen

Die Österreicher stehen Impfungen mehrheitlich offen gegenüber. Sie sind nur schlecht darüber informiert.

•• Von Sabine Stehrer

WIEN. Egal, um welche Impfung es geht: Die Durchimpfungsraten sind hierzulande niedrig. Nun hat der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) durch eine Umfrage unter 2000 Über-16-Jährigen zur Einstellung gegenüber Impfungen einen Grund dafür gefunden: Die Österreicher sind einfach schlecht über Impfungen informiert, vor allem, was kostenlose Impfungen für Erwachsene anbelangt. Zwar wussten 70% der Befragten, dass die Covid-19-Impfung gratis erhältlich ist, aber nur 56% hatten von der ebenfalls kostenlosen Influenza-Impfung gehört.

Schlecht stand es auch um die Bekanntheit der neuen Gratis-Impfungen für Menschen über 60 Jahren, und das noch dazu in genau dieser Altersgruppe. Nur 44% der Befragten zwischen 60 und 69 Jahren waren über die für sie kostenlose Pneumokokken-Impfung informiert und mit 51% kaum mehr in der Altersgruppe der Über-70-Jährigen. Etwa die Hälfte der Über-60-Jährigen wusste nicht, dass die Gürtelrose-Impfung für sie kostenlos ist. Zudem wussten nur 41% der Befragten zwischen 60 und 69 Jahren und nur 33% der Über-70-Jährigen, dass RSV für sie ein Risiko darstellt und sich eine Impfung dagegen lohnen würde.

In Anbetracht der Wissenslücken in Sachen Impfen will ÖVIH-Präsidentin Sigrid Haslinger „Maßnahmen ergreifen, um die Gesundheitskompetenz insbesondere zum Thema Impfungen zu erhöhen und das Impfprogramm weiter ausbauen“. Die Umfrage, durchgeführt vom Institut Integral im Februar und März, zeigt auch: Grundsätzlich und mehrheitlich stehen die Österreicher dem Impfen offen gegenüber. 79% sagen, ihre Einstellung dazu sei „positiv“ oder „eher positiv“.
Danach gefragt, wo sie sich am liebsten impfen lassen, antworteten 79% der Befragten, sie würden dafür am liebsten in die Hausarztordination gehen.

Beim ÖVIH ist man aber überzeugt davon, dass man durch weitere Impfangebote, etwa an öffentlichen Impfstellen, am Arbeitsplatz, in Schulen, in Krankenhäusern, oder auch in Apotheken, mehr Menschen zum Impfen bringen könnte.

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