Pharmabranche kämpft mit Preisdruck der USA
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HEALTH ECONOMY Redaktion 08.05.2026

Pharmabranche kämpft mit Preisdruck der USA

Donald Trump wird wohl nicht mehr der beste Freund der Pharmaindustrie – auch wenn das Q1 recht gut war

••• Von Sabine Stehrer

Die US-Preispolitik hat der globalen Pharma­branche auch schon im Vorjahr zu schaffen gemacht, vor allem wegen der Zölle. Nun ist das Problem um eine Facette reicher geworden: Um von den Zöllen befreit zu werden, haben sich mittlerweile 17 Konzernriesen dazu bereit erklärt, Medikamente über die von US-Präsident Donald Trump gestartete Online-Plattform „TrumpRx.gov“ günstig zu verkaufen. Abgesehen von dem dadurch zu erwartenden Rückgang der Erlöse macht der Branche aber auch noch etliches andere zu schaffen. Wie etwa der Druck durch das Auslaufen von Patenten und die wachsende Konkurrenz durch Generika-Produzenten. Hinzu kommen die anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten,
welche unter anderem aufgrund der Abhängigkeiten von Rohstofflieferanten in Asien belasten. Trotz dieser Herausforderungen blieben die Unternehmen aber widerstandsfähig und starteten großteils stabil und mit Wachstum in das neue Jahr.

Neuausrichtung hilft
Alle Erwartungen übertraf im ersten Quartal 2026 der Pharmaziebereich des US-amerikanischen Konzernriesen Johnson & Johnson. Dort konnte man die Erlöse um zehn Prozent auf 24,1 Mrd. USD steigern. Als Grund für den überraschenden Erfolg nannte Finanzchef Joseph Wolk die „gelungene Neuausrichtung des Produktportfolios“. Verluste durch das Auslaufen des Patentschutzes für ein älteres Mittel gegen Autoimmunerkrankungen konnten durch Erfolge mit neueren Mitteln und einem Krebsmedikament mehr als wettgemacht werden.

Auch dem Biopharmaunternehmen AbbVie mit Hauptsitz in den USA ist es Analysten zufolge gelungen, Verluste bedingt durch den schlechteren Verkauf eines älteren Immunsuppressivums durch Erfolge beim Verkauf von neueren ähnlich wirksamen Mitteln zu übertrumpfen und so einen Umsatzzuwachs von ebenfalls rund zehn Prozent zu erreichen.
Vor allem dank des Runs auf Abnehmmedikamente segelte auch der Gesundheitskonzern Eli Lilly mit Hauptsitz in Indiana, USA, weiter auf Erfolgskurs und kündigte kürzlich sogar an, um 2,3 Mrd. USD ein Unternehmen zu übernehmen, das Präparate zur Behandlung von Blutkrebs entwickelt.

Wachstum auch in Europa
Umsatzsteigerungen verzeichneten im ersten Viertel des laufenden Jahres auch europäische Pharmakonzerne. Das weltweit agierende Biopharmaunternehmen Sanofi mit Hauptsitz in Paris gab an, ein zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Geschäftsergebnis erzielt zu haben. Wachstumstreiber war ein entzündungshemmendes Biologikum. Aufgrund von Zulassungen neuer Medikamente und einem positiven Studienergebnis der Phase 3 rechnet man in dem Unternehmen damit, das Jahr erfolgreich fortzuführen.

Das nimmt man auch beim Schweizer Generikakonzern Sandoz an, wo der Umsatz im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahrs um elf Prozent auf 2,76 Mrd. USD stieg. Von einem Umsatzanstieg von 4,2% auf 5,2 Mrd. € berichtet das deutsche Pharmaunternehmen Merck KGaA. Dort erwartet man aufgrund der Generika-
Konkurrenz und negativen Währungseffekten aber Geschäftsrückgänge.

Einen Verkaufswachstum von sechs Prozent zu konstanten Wechselkursen verzeichnete man beim Schweizer Pharmakonzern Roche. Dort hatte man allerdings bereits von Jänner bis März mit Währungseffekten zu kämpfen, die auf den starken Franken zurückgehen, und musste einen Umsatzrückgang von fünf Prozent auf 14,72 Mrd. CHF bekannt geben.

Druck durch Generika
Einbußen beim Umsatz hatte auch das international agierende Pharmaunternehmen Novartis mit Hauptsitz in Basel zu beklagen. Er sank um fünf Prozent auf 13,1 Mrd. USD. Der Reingewinn ging um 13% auf knapp 3,2 Mrd. USD zurück. Das Management führt dies vorwiegend auf die Konkurrenz billiger Präparate zurück, die Blockbuster-Medikamente nachahmen, aber auch auf höhere Investitionen in die Forschung und die Entwicklung neuer Präparate. Auswirkungen haben die Entwicklungen auch auf den Wert der Unternehmen. Eli Lilly bleibt vor J&J das wertvollste Pharmaunternehmen. Novo Nordisk rutscht hingegen ab.

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