Strategie ändern
© APA/dpa/Moritz Frankenberg
Beim Impfen gegen Influenza und bei Impfungen für Kinder hinkt Österreich den WHO-Empfehlungen hinterher.
HEALTH ECONOMY Redaktion 23.01.2026

Strategie ändern

Der Verband der Impfstoffhersteller fordert eine neue Impfstrategie, um die Durchimpfungsraten zu erhöhen.

•• Von Sabine Stehrer

WIEN. „Durch Impfungen können wir nicht nur Krankheiten verhindern, sondern auch das Gesundheitssystem und die Gesellschaft entlasten sowie Geld sparen“, verdeutlichte kürzlich die Präsidentin des Österreichischen Verbands der Impfstoffhersteller (ÖVIH) Renée Gallo-Daniel die Wichtigkeit von Impfungen. Kosten, die durch Arbeitsausfälle oder Pflegeurlaub entstehen, würden geringer ausfallen, je mehr geimpft werde.

Aber nicht nur wegen der vielen positiven Auswirkungen des Impfens fordert der ÖVIH die Regierung nun dazu auf, eine neue nationale Impfstrategie zu entwerfen. Dies tut der Verband auch, weil Österreich bei vielen Impfungen die von der WHO empfohlenen Durchimpfungsraten nicht erreicht, teils bei Weitem nicht. So empfiehlt die WHO bei Über-65-Jährigen und Angehörigen von Risikogruppen eine Durchimpfungsrate von 75% gegen Influenza. In Österreich liegt diese bei 20%. Ähnlich schlecht ist es um die Durchimpfungsraten bei Impfungen bestellt, die für Kinder gedacht sind, wie gegen Masern oder zum Schutz vor den Humanen Papillomaviren (HPV).

Zu den Schwerpunkten einer neuen Strategie zur Erhöhung der Durchimpfungsraten soll laut ÖVIH die Stärkung beziehungsweise die Schaffung niederschwelliger Impfangebote zählen. Auch soll es mehr Informationen über Impfungen geben und ein Impfkonzept für Angehörige aller Altersgruppen. Weiters vom ÖVIH gefordert werden eine bundesweit einheitliche Datenerhebung und Datenauswertung zu den Impfungen sowie eine Analyse finanzieller Einsparungen durch Impfungen.

Neue Impfstoffe in der Pipeline
Auf das Jahr 2026 blickt der ÖVIH in Erwartung der Neuerungen „voller Tatendrang“. Das auch, weil in Europa einige neue Impfstoffe für alle Altersgruppen in der Pipeline seien, wie ÖVIH-Vizepräsidentin Sigrid Haslinger weiß.
Ein großer Teil dieser Impfstoffe richtet sich laut dem Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs Pharmig gegen die Erreger von Lyme-Borreliose, gegen das Epstein-Barr-Virus und HIV. Bei den neuen Impfungen werden unterschiedliche Technologien eingesetzt.

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