Trend: Health sells
© Marco Riebler
Das Konsumverhalten ändert sich laut einer Studie des Handelsverbandes „vom Haben zum Sein“.
HEALTH ECONOMY Redaktion 15.05.2026

Trend: Health sells

Der Handelsverband ortet einen tiefgreifenden Wandel im Konsumverhalten – hin zu Gesundheit und Longevity.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Eine aktuelle Analyse von Handelsverband und Regio­Plan Consulting zeigt eine Verschiebung im Konsumverhalten. Während die allgemeine Konsumstimmung angesichts von Inflation, geopolitischen Unsicherheiten und steigenden Kosten unter Druck steht, gewinnen Ausgaben für Gesundheit, Longevity Selbstoptimierung und Prävention zunehmend an Bedeutung. Gesundheitsbezogene Konsumtrends verschieben sich zunehmend in Richtung Eigenverantwortung und individuelle Gesundheitsvorsorge.

Der langfristige Trend ist klar: Zwischen 2015 und 2025 sind die Ausgaben für Nahrungsergänzungsmittel und Gesundheitspflege jeweils um 64% gestiegen. Parallel dazu entwickeln sich weitere gesundheitsaffine Konsumbereiche, wie Sportgeräte (+94%) oder Ausgaben im Bereich persönliches Wohlbefinden dynamisch. Die Studie beschreibt diesen Wandel als Übergang „vom Haben zum Sein“. Darauf reagiert auch der Einzelhandel und richtet sein Angebot zu­nehmend auf diese Nachfrage aus.

Zentral ist hier der Longevity-Boom. Er modernisiert den früheren Anti Aging-Trend und treibt die Nachfrage nach Self-Care-Produkten, Nahrungsergänzungsmitteln sowie Biohacking-Tools. Genannt werden in der Studie unter anderem smarte Ringe oder Fitness-Armbänder, die zur kontinuierlichen Erfassung von Gesundheitsdaten eingesetzt werden.

Tests und Tracker im Trend
Auch im Bereich Prävention entstehen neue Angebote. So werden etwa Heimtests zur eigenständigen Gesundheitskontrolle verfügbar gemacht, darunter Checks für Frauengesundheit, Nährstoffstatus oder Gesundheitsparameter. Ein weiterer relevanter Trend ist der sogenannte „Sober Curious“-Ansatz. Dabei handelt es sich um einen bewussten, gesundheitsorientierten Verzicht auf Alkohol. Laut Studie zeigt sich dies im Handel durch steigende Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen, insbesondere alkoholfreiem Bier und Wein.

Besonders deutlich sind die Auswirkungen neuer medikamentöser Therapien auf das Konsumverhalten wie Abnehmspritzen. Darauf reagieren auch Nahrungsmittelproduzenten, indem sie Produkte mit angepassten Rezepturen und Portionsgrößen entwickeln.

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