Wirtschaftliche Folgen von Diabetes sind enorm
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HEALTH ECONOMY Redaktion 16.01.2026

Wirtschaftliche Folgen von Diabetes sind enorm

Eine neue Studie zeigt, welche Staaten besonders von den steigenden Diabeteszahlen betroffen sind.

••• Von Martin Rümmele

WIEN/LONDON. Jeder zehnte Erwachsene weltweit leidet an Diabetes. Tendenz steigend. International bedeutet das enorme Aufwendungen. Für den Zeitraum 2020 bis 2050 führt das laut einer neuen Berechnung durch ein internationales Wissenschafterteam mit Beteiligung aus Österreich zu Kosten, die einer jährlich 0,22-prozentigen Steuer entsprächen, berichten die Autoren in Nature Medicine.

Enormer Aufwand
„Mithilfe eines gesundheitsbezogenen makroökonomischen Modells für 204 Länder und Regionen schätzten wir die wirtschaftlichen Auswirkungen von Diabetes von 2020 bis 2050. Dabei berücksichtigten wir den Verlust an Arbeitskraft aufgrund von Sterblichkeit und Krankheit, die Aufwendungen von Ressourcen für die Behandlung der Erkrankten sowie die Kosten informeller Pflege“, schreiben die Autoren. Ohne Berücksichtigung informeller Pflege beläuft sich die globale Belastung auf 10,2 Bio. USD. Unter Einbeziehung informeller Pflege steigt die Belastung drastisch auf 78,8 Bio. USD.
Laut der Internationalen Diabetes Föderation (IDF) wurden 2021 weltweit mindestens 966 Mrd. USD für die medizinische Versorgung der Betroffenen ausgegeben. Das entsprach rund 11,5% der globalen Gesundheitsausgaben und einer Steigerung um 316% innerhalb von nur 15 Jahren. Einige der wesentlichen Resultate: „Die USA tragen mit 2,5 Billionen US-Dollar die größte wirtschaftliche Belastung durch Diabetes, gefolgt von Indien mit 1,6 Billionen US-Dollar und China mit einer Billion US-Dollar.“

BIP-Rückgang in Österreich
Die wirtschaftliche Belastung durch die Zuckerkrankheit entspreche einer jährlichen Steuer von 0,22% des globalen BIP. Österreich liegt mit einem Wert von minus 0,169% am jährlichen BIP durch Diabetes etwas unterhalb des Durchschnitts in Europa und Zentralasien. Diabetes allein verursacht insgesamt weltweit ein jährlich reduziertes BIP, das etwa die Hälfte des Schadens durch alle Krebserkrankungen zusammen ausmacht, haben die Autoren berechnet.

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