Bremsend am Gas
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INDUSTRIAL TECHNOLOGY Redaktion 16.01.2026

Bremsend am Gas

Künstliche Intelligenz wird zwar weltweit als einflussreichste Technologie wahrgenommen, vielen geht es aber zu schnell.

•• Von Helga Krémer

WIEN/STUTTGART. Das Zeitalter der künstlichen Intelligenz kann kommen – darin ist sich die Mehrheit der weltweit mehr als 11.000 für den diesjährigen Bosch Tech Compass befragten Personen einig. Österreich ist zwar nicht dabei, sondern Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Brasilien, China, Indien und die USA, aber ein Blick über den Tellerrand hat ja noch selten geschadet.

Noch nie sahen die Befragten KI in so einem positiven Licht wie bei der diesjährigen Erhebung: Eine Mehrheit glaubt, dass KI die einflussreichste Technologie der kommenden Jahre wird und von allen Technologien den größten positiven Einfluss auf die Gesellschaft haben wird. Mehr als die Hälfte aller Befragten weltweit fühlt sich bereit für die Veränderungen durch KI.
Allerdings zeichnet sich auch eine gewisse Fortschrittsmüdigkeit ab: 57% wünschen sich einen Pause-Knopf und würde gerne die technologische Entwicklung bremsen, bis wir ihre Auswirkungen besser verstehen.

Höchste Erwartungen an KI
In Deutschland sind die mit KI verbundenen Erwartungen besonders hoch: 77% der Befragten sehen in KI die einflussreichste Technologie der kommenden zehn Jahre. Doch wie auch in den Vorjahren ist gleichzeitig die Skepsis gegenüber technologischem Fortschritt bei den Befragten in Deutschland verhältnismäßig groß. Nur 59% glauben, dass Technologie die Welt besser machen wird – lediglich in Frankreich (53% ) sind die Menschen noch skeptischer.

Bei unseren deutschen Nachbarn fühlen sich aktuell nur 40% auf das KI-Zeitalter vorbereitet – der niedrigste Wert unter allen Ländern. „Die Ergebnisse des Bosch Tech Compass deuten darauf hin, dass wir in Deutschland die gesellschaftliche Akzeptanz für Innovationen steigern müssen“, sagt Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH.
Tanja Rückert, Mitglied der Geschäftsführung und CDO der Robert Bosch GmbH, sagt zu den Ergebnissen: „Wir sehen weltweit eine rasch wachsende Zahl innovativer KI-Lösungen, wie wir sie uns vor wenigen Jahren noch nicht vorstellen konnten. Daher ist es nicht überraschend, dass die Zahl der Menschen, die KI als die einflussreichste Technologie unserer Zukunft sehen, in nur drei Jahren weltweit von 41 Prozent auf 70 Prozent in die Höhe geschnellt ist.“

Schule oder Start-up?
Die positive Haltung zu Innovation und Risiko ist auch eine kulturelle Frage: 59% der Befragten weltweit würden ihr Kind ermutigen, die Hochschule zu überspringen und ein Start-up zu gründen, wenn dieses eine bahnbrechende Idee hätte. Diesen Mut zum Risiko teilen nur 52% der deutschen Befragten. Dabei entstehen nur durch diesen Mut die Lösungen von morgen.
Gefragt nach den Feldern, auf die technologische Innovation fokussiert werden sollte, wurden weltweit am häufigsten der Klimawandel (37%), der Zugang zu Gesundheitsleistungen (31%) sowie Cyber-Sicherheit (28%) genannt.

Positives und Negatives
Den Befragten zufolge wird KI nicht nur die einflussreichste Technologie der kommenden zehn Jahre sein, sondern auch die mit dem größten positiven Einfluss auf die Gesellschaft. Davon gehen 43% weltweit aus. Mit klarem Abstand dahinter folgen Biotechnologie und Climate Engineering, denen 36% beziehungsweise 32% einen besonders positiven Einfluss zutrauen.
Doch die Befragten sehen eine Kehrseite: Auch bei den negativen Auswirkungen auf die Gesellschaft rangiert KI ganz oben vor allen anderen Technologien und wird von 34% genannt. Dahinter folgen Humanoide Roboter und selbstfahrende Fahr­zeuge.

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