Ein Gegenpol zum Doom-Scrolling
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Herausgeber Chris Radda (l.) im „mediadome pressclub“ mit Stefan Schmidt, Geschäftsführer und Partner der Young Enterprises Media GmbH.
MARKETING & MEDIA Redaktion 15.05.2026

Ein Gegenpol zum Doom-Scrolling

Young Enterprises Media entwickelt Kampagnen für junge Menschen abseits von Social-Media-Plattformen.

WIEN. Erreicht man Jugendliche und Studierende überhaupt noch, ohne ausschließlich auf globale Plattformen zu setzen? Im Talk mit medianet-Herausgeber Chris Radda widerspricht Stefan Schmidt, Geschäftsführer der Young Enterprises Media GmbH, dem weitverbreiteten Narrativ: Sein Unternehmen zeige seit 30 Jahren, dass man junge Menschen auch abseits von Social Media-Plattformen erreichen kann.

Schulplakat als Start
Ausgehend von klassischer Schulwerbung hat sich das Unternehmen kontinuierlich weiterentwickelt, später kamen Universitäten und digitale Angebote hinzu. Heute spielt ein weiterer Bereich eine zentrale Rolle. „In den letzten zehn bis 15 Jahren ist Employer Branding immer wichtiger geworden. Das heißt, die Zielgruppe rund um Lehrlinge, Jobstarter, Nebenjobs – die ‚Young Talents‘, die Unternehmen einfach für sich gewinnen wollen“, erklärt der Geschäftsführer. Über die Zeit seien unterschiedliche Medienkanäle kreiert worden – online und offline – um die Bedürfnisse der Unternehmen abzudecken.
Mit rund 1,1 Mio. Schülern und bis zu 300.000 Studierenden ist die Zielgruppe groß, entscheidend sei die richtige Ansprache. „Unsere Expertise liegt darin, zu wissen, wann man welche Jugendlichen oder Studenten mit welchem Thema wie anspricht“, skizziert Schmidt. Ziel sei es, „über 90 Prozent der Jugendlichen oder Studenten, die wir erreichen, aktiv anzusprechen“.

Regionalität ist Trumpf
Ein klarer Vorteil liegt in der regionalen Steuerung. „Employer Branding funktioniert oft regionaler, sinnvoller und budgeteffizienter, anstatt eine nationale Kampagne zu schalten“, betont der Young Enterprises Media-Geschäftsführer. Auch deshalb setzt Young Enterprises Media auf einen breiten Kanalmix, denn: „Nicht jede Kampagne funktioniert in jedem Werbemittel“, räumt Schmidt ein. DOOH-Werbung, Plakate und Online-Portale spielen eine ebenso wichtige Rolle wie spezielle Printprodukte, etwa Mitteilungshefte oder Study Guides. Ein besonderes Qualitätsmerkmal bei Young Enterprises Media sei die Dokumentation: „Jede Kampagne wird bei uns dokumentiert. Der Kunde bekommt Fotos der Kampagne und des Umfelds.“

Gegenpol zu Social Media
Kritisch sieht Schmidt im Talk die Entwicklung von Social Media-Plattformen: „Mittlerweile sind wir an einem Punkt angelangt, wo die Gesundheit unserer Jugendlichen massiv darunter leider.“ Problematisch sei in diesem Zusammenhang vor allem das „stundenlange Doom-Scrolling“. Die Rückbesinnung auf klassische Werbeumfelder könnte hier eine Alternative bieten. Gleichzeitig betont Schmidt den gesellschaftlichen Beitrag: „Unser Ansatz ist, sinnvolle Kampagnen sinnvoll umzusetzen.“ Ein Teil der Erlöse würde so auch wieder in den Bildungsbereich zurückfließen.

Komplexere Zielgruppen
Für Unternehmen wird die Ansprache jedoch anspruchsvoller. „Den klassischen Jugendlichen gibt es nicht mehr“, betont Schmidt abschließend. Denn Interessen und Lebenswelten seien mittlerweile stark ausdifferenziert. (red)

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