Die Mediaplus Austria als Seriensieger
© Niklas Schnaubelt
MARKETING & MEDIA Redaktion 08.05.2026

Die Mediaplus Austria als Seriensieger

Zum wiederholten Mal hat Mediaplus Austria den xpert.award als beste Media-Agentur gewonnen – zum sechsten Mal in Folge.

•• Von Sascha Harold

Ein sehr enges Rennen gab es heuer im media­net xpert.Ranking der Media-Agenturen. Durchgesetzt und den xpert.award mit nach Hause genommen hat sich mit Mediaplus Austria der Seriensieger der letzten Jahre, vor adverserve und Reichl und Partner Media auf den Plätzen zwei und drei. Die Geschäftsleitung rund um die beiden Managing Partner Bernhard Redl und Ronnie Hochmayer sowie die beiden General Manager Lena Artes-Stockinger und Verena Kehr haben im großen medianet-Siegerinterview über den für die Agenturengruppe „größten Transformationsprozess ihrer Geschichte“ gesprochen. Sie erörtern außerdem, welche Rolle eigens entwickelte KI-Tools bei der genauen Zielgruppenansprache spielen können und wie das Geschäft in wirtschaftlich schwierigen Zeiten läuft.

medianet: Sechs Jahre in Folge auf Platz eins bei den xpert.awards – wie schafft man es, sich jedes Jahr aufs Neue selbst herauszufordern?
Ronnie Hochmayer: Erstmal, indem man die Herausforderung überhaupt annimmt. Ich habe großen Respekt vor jedem, der versucht, in der heimischen Kommunikationsbranche etwas auf die Beine zu stellen. Der xpert.award ist eine seit Jahren etablierte, hochprofessionelle Award-Verleihung mit großem Fest im Anhang. Ich finde das verdient Anerkennung und bedaure, dass es nicht alle Agenturen so sehen.
Bernhard Redl: Aber natürlich freuen wir uns gewaltig, dass uns diese verrückte Serie gelungen ist! Wir bemühen uns jedes Jahr, neue Aspekte unserer Arbeit zu präsentieren und sind glücklich über das positive Kundenfeedback, das Teil des Erfolgs ist.

medianet: Mediaplus Austria hat 2025 massiv in eigene KI-Tools investiert, um Zielgruppen noch präziser zu erreichen. Inwieweit hat diese technologische Aufrüstung den Ausschlag für das exzellente Kundenfeedback in der diesjährigen xpert-Wertung gegeben?
Lena Artes-Stockinger: Unsere Agenturgruppe steckt im größten Transformationsprozess ihrer Geschichte. Es wird viel investiert, um alle neuen Möglichkeiten, die sich uns rund um KI-basierte Kommunikationslösungen bieten, auszuschöpfen. KI-Agents, die uns bei Markt- und Produktanalysen helfen, KI-Chatbots, die eine datenexklusive Kommunikation mit Zielgruppen ermöglichen, oder die Entwicklung neuer KI-gesteuerter Mediaprodukte stehen bei uns auf der Tagesordnung. Was mir aber am meisten Freude bereitet, ist die Offenheit und Neugier, mit der unser Team bei Mediaplus Austria Austria die neuen Möglichkeiten umarmt und mitgestaltet. Ich glaube, das spüren auch unsere Kunden und honorieren das mit einer positiven Bewertung.

medianet: Trotz aller Algorithmen betont Mediaplus Austria immer wieder die Bedeutung der individuellen Beratung. Wie balancieren Sie das Verhältnis zwischen hochautomatisierter programmatischer Ausspielung und dem ‚Bauchgefühl‘ erfahrener Mediaplaner?
Verena Kehr: Das Spannungsverhältnis zwischen exzellenter Kundenbeziehung und technologischer Reife einer Agentur ist in Zukunft sicher der Schlüssel zum Erfolg. Wir verstehen uns seit Gründung der Agentur als Dienstleister, der das Miteinander sehr schätzt und auch davon überzeugt ist, dass die erfolgreiche Architektur einer Kampagne nur im Zusammenspiel von Mensch und Maschine stattfinden kann. Das sind auch die Erkenntnisse, die uns Programmatic Advertising gelehrt hat: Den ‚Magic Button‘ gibt es nicht, es braucht die menschliche Expertise und Einordnung, gepaart mit technologischer Power, um Kommunikationsmaßnahmen erfolgreich umzusetzen.

medianet: Ein großes Thema in den letzten Jahren war und ist‚Green Media‘. Ist das mittlerweile ein Standardkriterium in den Pitches großer österreichischer Marken geworden?
Redl: Wir haben uns vor Jahren als Impulsgeber der Marktinitiative ‚Green GRP‘ sehr bemüht, das Thema ‚Nachhaltige Mediaplanung‘ in Österreich voranzubringen. Im Schulterschluss mit vielen österreichischen Medienhäusern ist es uns gelungen, einen Standard für den ökologischen Fußabdruck der Ausspielung einer Werbekampagne zu berechnen. Das ist eine offene Initiative, die allen Marktpartnern – von Agenturen, über Vermarkter bis zu Werbetreibenden – zur Verfügung steht. Meines Erachtens hat das Thema in der allgemeinen Wahrnehmung leider ein wenig an Schwung verloren, bleibt aber unbestritten sehr bedeutsam. Der Wandel hin zu nachhaltiger und verantwortungsbewusster Mediaplanung kann auch für die Stärkung des österreichischen Medienmarkts ein wichtiger Booster sein.

medianet: Die Budgets sind im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld knapp bemessen. Wie hat Mediaplus Austria es geschafft, trotz des Preisdrucks im Markt die Servicequalität hochzuhalten?
Hochmayer: Wir tun alles, um ein Umfeld zu schaffen, das Innovationsfreude und Neugier befördert, weil wir wissen, dass wir nur so für unsere Kunden einen dauerhaften Wert haben. Natürlich spüren wir die wirtschaftlichen Herausforderungen und versuchen, mit der Diversifikation unseres Leistungsportfolios weitere Erlösmöglichkeiten zu erschließen. Neben exklusiven Daten- und Mediaprodukten oder neuen technischen Realtime-Lösungen findet zum Beispiel unsere Client Academy viel Anklang – ein Katalog an Vorträgen, Inspiration Sessions, Workshops & Coachings, der von Medienpartnern und Kunden wirklich gern in Anspruch genommen wird.

medianet: Viele Auszeichnungen hat die Kampagne ‚Nicht alles, was glänzt, ist Luxus‘ für die Stiftung Kindertraum erhalten. Was war daran besonders?
Redl: Das Wichtigste vorab – die kreative Entwicklung und Gestaltung der Kampagne stammt von Springer & Jacoby, einer Agentur, mit der uns seit Jahren eine tiefe Partnerschaft verbindet. Das Besondere daran ist der Perspektivwechsel, den die Kampagne bietet. Luxus wird ganz neu definiert. Unser Beitrag war die Idee und mediale Umsetzung eines völlig neuen Media-Touchpoints – das Autohaus. Das Schönste aber war, dass mit begrenztem Budget die Spendenbereitschaft deutlich erhöht werden konnte.

medianet: Welches Thema wird die Medialandschaft im kommenden Jahr besonders prägen?
Kehr: Nach meinem Ermessen sind es zwei große Themenblöcke, die uns alle dieses Jahr ganz besonders beschäftigen werden. Unbestritten steht die Transformation der Kommunikationswirtschaft durch die Anwendungsfelder und neuen Möglichkeiten von KI-Applikationen im Mittelpunkt des Geschehens. Jeder Ablauf eines Unternehmens, jede Serviceleistung und jedes Produkt wird dem ‚KI-Röntgenblick‘ ausgesetzt und im besten Fall neu gestaltet werden. Zum anderen wird uns weiterhin die wirtschaftliche Situation des österreichischen Medienmarkts beschäftigen – ein Thema, das weit über die Werbewirtschaft hinausgeht und auch gesellschaftliche Relevanz für Österreich hat.
Artes-Stockinger: Und wenn ich noch mit einem positiven Ausblick enden darf – ich glaube, es war noch nie so aufregend in unserer Branche, weil sie sich gerade vollkommen neu erfindet. Jeder, der Freude an neuen Gestaltungsspielräumen und Lust auf Weiterentwicklung hat, ist hier bestens aufgehoben.

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