WIEN/LAXENBURG. Die Elektrifizierung der Intralogistik schreitet mit hoher Geschwindigkeit voran. Was vor wenigen Jahren noch auf einzelne Anwendungen beschränkt war, entwickelt sich heute zum neuen Standard: Moderne Lager- und Logistikprozesse lassen sich bereits vollständig mit elektrisch betriebenen Flurförderzeugen auf Basis von Lithium-Ionen-Technologie abbilden.
„Die Elektrifizierung der Flotte ist keine Zukunftsoption mehr, sondern bereits heute eine strategische Notwendigkeit“, betont Josef Dax, Director Sales & Logistics Solutions bei Toyota Material Handling Austria. „Unternehmen profitieren von geringeren Betriebskosten, höherer Energieeffizienz und einer deutlich verbesserten Verfügbarkeit ihrer Fahrzeuge.“
Lithium-Ionen am Vormarsch
Während Elektroantriebe lange Zeit vor allem im klassischen Lagerbetrieb eingesetzt wurden, ermöglicht die heutige Generation von Lithium-Ionen-Fahrzeugen die Elektrifizierung sämtlicher Prozessschritte entlang der innerbetrieblichen Logistikkette. Vom Wareneingang über Transport, Lagerung und Kommissionierung bis hin zum Versand lassen sich heute komplette Materialflüsse „elektrisch“ betreiben. Dank der Lithium-Ionen-Technologie ohne Batteriewechsel, ohne lokale Emissionen sowie mit deutlich reduziertem Energieaufwand.
Die steigende Nachfrage nach elektrisch betriebenen Flurförderzeugen wird vor allem durch wirtschaftliche Faktoren getragen. Neben sinkenden Energiekosten überzeugen Lithium-Ionen-Systeme durch geringeren Wartungsaufwand und eine höhere Fahrzeugverfügbarkeit. Besonders im Mehrschichtbetrieb zeigen sich die Vorteile der Technologie. Dank sogenannter Opportunity-Charging-Konzepte können Batterien während kurzer Arbeitsunterbrechungen geladen werden. Aufwendige Batteriewechsel, Reservebatterien oder separate Batterieräume entfallen. Gleichzeitig erreichen moderne Lithium-Ionen-Batterien eine deutlich längere Lebensdauer als konventionelle Blei-Säure-Systeme. Hinzu kommt eine höhere Energieeffizienz: Lithium-Ionen-Batterien benötigen weniger Energie für denselben Arbeitseinsatz und tragen damit zur Senkung der Betriebskosten sowie der CO2-Emissionen bei.
Energie Teil der Intralogistik
Mit der zunehmenden Elektrifizierung rückt auch die Energieversorgung stärker in den Fokus. Fragen der Netzkapazität, Lastspitzen und Ladeinfrastruktur gewinnen insbesondere in größeren Logistikstandorten an Bedeutung. Toyota Material Handling verfolgt daher einen Ansatz, der Fahrzeugflotte, Ladeinfrastruktur und Energiemanagement gemeinsam betrachtet. Intelligente Ladesysteme, digitale Flottenmanagementlösungen sowie die Integration von Photovoltaik-Anlagen und Energiespeichern schaffen die Grundlage für einen wirtschaftlichen und nachhaltigen Betrieb.
„Energie wird zunehmend zum integralen Bestandteil moderner Intralogistiklösungen“, erklärt Dax. „Die intelligente Verknüpfung von Energieerzeugung, -speicherung und -verbrauch wird künftig ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor sein.“
Verbrenner ade
Selbst Einsatzbereiche, die lange als Domäne von Verbrennungsmotoren galten, lassen sich heute dank speziell entwickelter Batteriesysteme und angepasster Fahrzeugkonzepte elektrisch abdecken. Moderne Lithium-Ionen-Fahrzeuge kommen zunehmend in Kühlhäusern, im Außenbereich sowie bei hohen Umschlagleistungen zum Einsatz.
Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeige Dax zufolge klar in eine Richtung: „Elektrische Flurförderzeuge gewinnen kontinuierlich Marktanteile, während Verbrennungsmotoren zunehmend auf Spezialanwendungen beschränkt bleiben.“ (hk)
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