Vom Roboter zum vernetzten System
INDUSTRIAL TECHNOLOGY Redaktion 07.10.2026

Vom Roboter zum vernetzten System

Wie steigende Hygieneanforderungen, Personalmangel und Kostendruck die professionelle Gebäudereinigung verändern.

WIEN/WR.NEUDORF. Steigende Hygieneanforderungen, Personalmangel und Kostendruck verändern die professionelle Gebäudereinigung. Gleichzeitig müssen Flächen zunehmend während des laufenden Betriebs gereinigt werden – ohne Kunden, Mitarbeiter oder Besucher zu beeinträchtigen. Nach Einschätzung des Marktforschungsunternehmens IDC befindet sich die professionelle Reinigungsrobotik in einer neuen Entwicklungsphase. Neben der Reinigungsleistung einzelner Geräte gewinnen Software, Flottenmanagement, Remote Services und die Möglichkeit, autonome Systeme standortübergreifend einzusetzen, an Bedeutung.
Mit dem autonomen Scheuersaugroboter Mira bringt Gausium ein Gerät auf den Markt, das diese Entwicklung aufgreift. Der Roboter wurde auf der ISSA Show 2025 erstmals öffentlich vorgestellt und dort mit einem Innovationspreis ausgezeichnet. Neben der Reinigungstechnik verfügt er über Funktionen für Navigation, Automatisierung und Flottenmanagement.

Kehren & Schrubben in einem Arbeitsgang
Der Mira ist serienmäßig für eine sogenannte One-Pass-Reinigung ausgelegt. Dabei werden Kehren und Schrubben in einem Arbeitsgang kombiniert. Eine Walzenbürste und zwei Tellerbürsten nehmen Verschmutzungen auf, während der Boden gleichzeitig gereinigt wird. Aufgenommen werden unter anderem Staub, Haare und kleinere Partikel. Größere Verschmutzungen wie Flaschen oder Dosen können weiterhin zusätzliche Reinigungsschritte erforderlich machen. Durch die Kombination mehrerer Arbeitsschritte kann sich die Zahl der erforderlichen Durchgänge reduzieren. Für die Wartung verfügt das Gerät über eine automatische Reinigung von Abwassertank und Sauglippe. Dadurch sollen manuelle Arbeitsschritte im laufenden Betrieb reduziert werden.

Flottenmanagement-Bedeutung
Mit der zunehmenden Verbreitung autonomer Reinigungssysteme rückt neben dem einzelnen Gerät auch deren Verwaltung in den Mittelpunkt. Der Mira ermöglicht die zentrale Steuerung und Überwachung mehrerer Systeme. Reinigungspläne, Software-Updates und Betriebsdaten können standortübergreifend verwaltet werden. Das ist insbesondere für Facility-Service-Unternehmen und Betreiber größerer Immobilienbestände relevant. Statt einzelne Maschinen separat zu betreiben, lassen sich mehrere Geräte über eine gemeinsame Plattform koordinieren.

Im laufenden Betrieb
Für den Einsatz in dynamischen Umgebungen nutzt der Mira eine KI-gestützte 360-Grad-Navigation. Personen, Fahrzeuge und Hindernisse werden erkannt und bei der Routenplanung berücksichtigt. Die kompakte Bauweise soll den Einsatz auch in engen Gängen und stärker frequentierten Bereichen ermöglichen. Die Reinigungsbreite beträgt 40 Zentimeter. Damit ist das Gerät auf Einsatzbereiche ausgelegt, in denen neben der Reinigungsleistung auch die Manövrierfähigkeit eine Rolle spielt. Auch der Ressourceneinsatz wird bei der Entwicklung autonomer Reinigungssysteme zunehmend berücksichtigt. Der Mira kann in standardisierte Reinigungskonzepte integriert werden und unterstützt damit Prozesse, bei denen Verbrauch und Abläufe systematisch erfasst und gesteuert werden.

„Der Markt entwickelt sich vom einzelnen Reinigungsroboter hin zu intelligent vernetzten Reinigungssystemen. Entscheidend sind heute nicht mehr nur Leistung und Autonomie eines Reinigungsroboters, sondern auch die Fähigkeit, sich effizient in bestehende Prozesse zu integrieren sowie zentral steuern und standortübergreifend skalieren zu lassen. Diese Möglichkeiten bilden seit jeher eine zentrale Grundlage der Gausium-Lösungen und werden mit dem neuen Gausium Mira auf die nächste Entwicklungsstufe gehoben. Er verbindet die bewährte Systemkompetenz von Gausium mit neuesten Reinigungstechnologien und intelligenter Software und schafft damit noch bessere Voraussetzungen für wirtschaftliche, zukunftsfähige Reinigungkonzepte“, sagt Jürgen Höller, Geschäftsführer Denzel Robotics, Gausium Vertriebspartner für Österreich sowie Zentral- und Osteuropa (CEE).

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