WIEN. Auf Einladung von Unternehmer Ali Rahimi diskutierten Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, Oberst Markus Reisner und ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz im Palais Széchényi mit führenden Wirtschaftstreibenden über den aktuellen Stand des Bundesheeres und künftige Anforderungen an die umfassende Landesverteidigung. Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem technologische Entwicklungen, Drohnen und der Schutz kritischer Infrastruktur.
Technologische Entwicklungen und neue Anforderungen
Tanner betonte die Bedeutung eines gesellschaftlichen Dialogs über Landesverteidigung und verwies auf die gestiegenen Verteidigungsausgaben sowie Investitionen in Luftverteidigung, Drohnen und Drohnenabwehr.
„Mit der Waffe in der Hand treten wir nicht gegen etwas an, sondern treten für unser System, unsere Werte und unsere Demokratie ein. Die Bereitschaft zur umfassenden Landesverteidigung basiert auf der Liebe zu unserem Land“, ist Tanner überzeugt.
Reisner verwies auf die zunehmende Bedeutung technologischer Entwicklungen und die daraus entstehenden Anforderungen an die Streitkräfte: „Österreich hat bestens ausgebildete Offiziere von der Leine gelassen. Auf YouTube hat rot-weiß-rote Expertise 21 Millionen Klicks erreicht und sich als inhaltliche Benchmark positioniert“, betont Reisner. „Als Republik muss sich Österreich auf die Herausforderungen der Zukunft einstellen, die hoffentlich nie eintreten werden. Die Republik muss wieder an ihr Bundesheer glauben – und dafür gibt es noch einiges zu tun:“
Bei Drohnen sieht Reisner kurze Entwicklungszyklen, während Beschaffungsprozesse in Westeuropa deutlich länger dauern. Die Theresianische Militärakademie sei technologisch in der Lage, bei Entwicklung und Bau von Drohnen Schritt zu halten. Verzögerungen entstünden unter anderem durch bürokratische Vorgaben und fehlende Luftfahrzeuggenehmigungen.
„Wir erleben die Robotisierung als künftige Form der Kriegsführung. Technologie kämpft gegen Technologie, bevor der Mensch ins Spiel kommt“, berichtet Wehrschütz aus der Praxis.
Auch der Schutz kritischer Infrastruktur war Thema. Aus den Erfahrungen des Ukraine-Kriegs ergebe sich eine wachsende Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Ministerien. Gleichzeitig seien gesetzliche Regelungen notwendig, damit beispielsweise die Exekutive Drohnen abwehren könne.
„Die bestehende Form der Streitkräfte muss um technologische Komponenten erweitert werden. Panzer wird es weiterhin brauchen. In der Bedrohung durch Drohnen werden sie durch innovative Systeme wie Skyranger bestückt werden müssen“, so Reisner. „Elon Musk rüstet im Weltraum auf und die restliche Welt im Informationsraum und Cyber Space. Bedrohungen entwickeln sich laufend weiter“, erklärt Reisner.
Austausch zwischen Wirtschaft und Bundesheer
Rahimi unterstrich die Bedeutung des Austauschs zwischen Wirtschaft, Politik und Bundesheer: „Der intensive Dialog von Wirtschaft, Politik und Bundesheer ist die Voraussetzung, um Landesverteidigung als Gesellschaft umfassend und partnerschaftlich als gemeinsames Ziel zu denken“, meint Rahimi.
Unter den Gästen des Abends waren unter anderem Lidia Baich (Geigerin), Helmut Bernkopf (Oesterreichische Kontrollbank), Reinhard Binder (Robin Consult), Philipp Bodzenta (The Coca-Cola Company), Bettina und Johann Breiteneder (Breiteneder Immobilien), Johannes Bruckenberger (ORF), Cornelia Doma (ProSiebenSat.1 PULS 4), Christine Dornaus (Bundesimmobiliengesellschaft), Toni Faber (Dompfarrer), S.E. Art Fisher (U.S. Embassy), Gerald Ganzger (Lansky, Ganzger & Partner), Bettina Glatz-Kremsner (Unternehmerin), Robert Glock (Unternehmer), Richard Grasl (Kurier Medienhaus), Thomas Gruber (ProSiebenSat.1 PULS 4), Elisabeth Gürtler (Hotel Sacher), Jürgen Hofer (Manstein Zeitschriftenverlag), Gerda Holzinger-Burgstaller (Erste Bank), Inge Klingohr (Interspot), Johanna und Karl Kolarik (Schweizerhaus), Georg Kraft-Kinz (Kraft Kinz Kraft), Atil Kutoglo (Designer), Johann Kwizda (Kwizda Holding), Alexander Langgruber (Yield Public Relations), Gabriel Lansky (Lansky, Ganzger & Partner), Martin Lenikus (Lenikus Unternehmensgruppe), Carola Lindenbauer (Künstlerin), Markus Mair (Styria Media Group), Kurt Mann (Der Mann), Ernst Minar (John Harris), Christian Rainer (Medienexperte), Maria Rauch-Kallat (Bundesministerin a.D.), Gerald Schweighofer (Timber Group), Steinbruch), Karl-Heinz Strauss (Porr), Christian Töltl (IFP Wiener Neustadt) oder Sigi Wolf (Unternehmer).
Zum Abschluss überreichte Wehrschütz Tanner ein besonderes Gastgeschenk aus der Kriegspraxis: eine Anti-Drohnenpistole aus einem 3D-Drucker aus der Ukraine. (red)