WIEN. AKM fordert klare Regeln für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Musikbranche. Anlass ist laut der Verwertungsgesellschaft die zunehmende Nutzung geschützter Werke für das Training von KI-Systemen sowie der Anstieg KI-generierter Musik.
Die Organisation verweist auf aktuelle Marktdaten der IFPI, wonach die Umsätze in der Musikindustrie steigen. Dieses Wachstum komme jedoch bei vielen heimischen Musikschaffenden nicht an: Nur 1,5% der AKM-Mitglieder haben 2025 mehr als 1.000 Euro an Vergütung für die Music On Demand-Nutzung ihrer Werke erhalten.
Zusätzlichen Druck sieht die AKM durch KI-Anwendungen. Laut der Streamingplattform Deezer sei ein erheblicher Anteil neu hochgeladener Musik vollständig KI-generiert. Gleichzeitig gebe es keine Vergütung für die Nutzung bestehender Werke als Trainingsgrundlage.
AKM-Präsident Peter Vieweger erklärt: „Die aktuellen Entwicklungen im Musikmarkt, insbesondere durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz, stellen unsere Musikschaffenden vor völlig neue und existenzielle Herausforderungen. Es darf nicht sein, dass kreative Arbeit immer weiter entwertet wird, während maschinengenerierte Systeme den Wert abschöpfen. Wir brauchen dringend faire Regeln, damit unsere Künstlerinnen und Künstler auch im digitalen Zeitalter von ihrer Arbeit leben können.“
Die AKM fordert daher, Vergütungsansprüche in der nationalen Musikstrategie zu verankern. Unterstützung komme laut Aussendung auch aus dem Justizministerium: Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) habe betont, dass eine angemessene Entschädigung für die Nutzung von Werken zum KI-Training notwendig sei. Zudem verweist die AKM auf den Einfluss heimischer Medien und sieht insbesondere den ORF als öffentlich-rechtlichem Sender in der Verantwortung, österreichische Musik stärker zu berücksichtigen. (red)
