DUBLIN. Die International Association for the Measurement and Evaluation of Communication (AMEC) hat beim diesjährigen AMEC Global Summit in Dublin die neuen „AMEC GEO Principles“ sowie den ergänzenden Leitfaden „A Practitioner’s Guide to GEO Measurement“ vorgestellt. Ziel sei es, Kommunikations- und PR-Verantwortlichen einen Rahmen für die Bewertung von KI-gestützter Informationssuche, generativer Suche und Large Language Models zur Verfügung zu stellen.
KI-basierte Systeme verändern laut AMEC zunehmend, wie Informationen gefunden, eingeordnet und wahrgenommen werden. KI-generierte Zusammenfassungen, dialogorientierte Sucherlebnisse und sogenannte „Zero-Click“-Anwendungen beeinflussen demnach verstärkt, welche Informationen Nutzer sehen und wie Organisationen, Marken oder Themen dargestellt werden.
Neue Anforderungen
In diesem Zusammenhang etabliere sich derzeit der Begriff Generative Engine Optimisation (GEO). Dieser beschreibe, wie sichtbar Unternehmen und Organisationen in KI-generierten Antworten werden und wie sie dort inhaltlich repräsentiert sind.
Mit dem steigenden Interesse wachse laut AMEC auch die Unsicherheit rund um die Messbarkeit von GEO und KI-Ausgaben. Gleichzeitig entstünden neue Tools und Kennzahlen mit unterschiedlichen Standards und teils begrenzter Transparenz. Die neuen GEO Principles verfolgen laut Verband daher einen umfassenderen Bewertungsansatz. Im Mittelpunkt stehen Reputationssignale im Vorfeld, die Such- und Content-Readiness sowie KI-generierte Ergebnisse. Berücksichtigt werden dabei unter anderem Earned Media, externe Meinungsbeiträge, Bewertungen, Experteninhalte, die strukturelle Interpretierbarkeit digitaler Inhalte für Suchmaschinen und KI-Systeme sowie die Darstellung in KI-generierten Antworten.
Nachvollziehbare Messmethoden
Darüber hinaus definieren die Leitlinien Mindeststandards für nachvollziehbare Messmethoden. Dazu zählen reproduzierbare Prompts, transparente Dokumentation, klare Annahmen sowie die Einordnung der Aussagekraft von Ergebnissen. KI-generierte Ergebnisse sollten laut AMEC als Indikatoren verstanden werden und nicht als objektive Wahrheit.
James Crawford, Managing Director bei PR Agency One und Mitglied des AMEC Boards, sagt: „Wer in PR und Kommunikation arbeitet, kennt die Diskussionen inzwischen sehr gut: Kunden und Führungsgremien wollen verstehen, wie GEO und LLM-Ausgaben gemessen werden können. Es gibt aktuell viel Innovation – aber auch uneinheitliche Standards, überzogene Versprechen und Kennzahlen, deren Methodik oft nicht ausreichend transparent ist. Mit den GEO Principles schaffen wir einen fundierteren Rahmen für KI-basierte Sichtbarkeit – einen Ansatz, der die Bedeutung dieser Entwicklung anerkennt, gleichzeitig aber auch ihre Grenzen deutlich macht.“ Die Prinzipien entstanden laut AMEC in einem mehr als sechsmonatigen internationalen Entwicklungsprozess unter Beteiligung von Agenturen, Kommunikationspraktikern, Wissenschaftlern und Technologieexperten.
Johna Burke, CEO und Global Managing Director von AMEC, erklärt: „Je stärker KI beeinflusst, was Menschen sehen, wem sie vertrauen und worauf sie reagieren, desto wichtiger werden Transparenz, Nachvollziehbarkeit und belastbare Standards in der Kommunikationsbranche. Keine einzelne Plattform und keine einzelne Organisation kann KI-basierte Informationsfindung allein definieren oder messen. Deshalb basiert diese Initiative bewusst auf internationaler Zusammenarbeit.“
Die Veröffentlichung der GEO Principles unterstreiche zugleich eine Entwicklung, wonach Sichtbarkeit in KI-Systemen zunehmend zu einer strategischen Reputations- und Kommunikationsaufgabe werde. (red)