MARKETING & MEDIA
Auch zweiter WhatsApp-Gründer verlässt Facebook APA EPA Alberto Estevez

Jan Koum, Chef von WhatsApp, verlässt die Konzernmutter Facebook.

APA EPA Alberto Estevez

Jan Koum, Chef von WhatsApp, verlässt die Konzernmutter Facebook.

Redaktion 02.05.2018

Auch zweiter WhatsApp-Gründer verlässt Facebook

Laut "Washington Post" im Streit um Datennutzung und Verschlüsselung.

MENLO PARK/SANTA CLARA. Der Mitgründer und langjährige Chef des populären Chatdiensts WhatsApp, Jan Koum, verlässt die Konzernmutter Facebook. Es sei Zeit für ihn, weiterzuziehen, schrieb Koum in einem Facebook-Eintrag am Montag. Die "Washington Post" berichtete, es habe Streit mit Facebook um die Datennutzung sowie die strikte Verschlüsselung bei WhatsApp gegeben.

Koum schrieb nichts dazu; Facebook-Chef Mark Zuckerberg dankte ihm und versicherte, dass Werte wie Verschlüsselung immer im Kern von WhatsApp bleiben würden.

Koum und sein Mitgründer Brian Acton hatten WhatsApp 2014 für rund 22 Mrd. USD (18,23 Mrd. €) an Facebook verkauft. Sie sicherten sich dabei eine weitreichende Unabhängigkeit. So blieb WhatsApp werbefrei, und die Daten wurden zunächst komplett getrennt. Inzwischen gleichen WhatsApp und Facebook nach Angaben des Unternehmens Telefonnummern ab, um Spam herauszufiltern. Zugleich setzt WhatsApp auf die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, bei der Nachrichten nur für Absender und Empfänger lesbar sind, aber nicht für die Firma selbst. Der Dienst hat inzwischen mehr als 1,3 Mrd. Nutzer weltweit.

Acton ging bereits im vergangenen Herbst und investierte vor wenigen Monaten 50 Mio. USD in eine Stiftung, die Technologie für verschlüsselte Kommunikation entwickeln will. Koum schrieb, er werde sich nun eine Auszeit für Dinge außerhalb der Technologie-Branche nehmen, "zum Beispiel seltene luftgekühlte Porsche-Autos sammeln" sowie an seinen Autos arbeiten und Frisbee spielen. Der WhatsApp-Deal hatte den Einwanderer aus der Ukraine, dessen Familie einst auf Lebensmittel-Hilfen angewiesen war, zum Milliardär gemacht.

Koums Ankündigung kommt für Facebook zu einem ungünstigen Zeitpunkt – am Vorabend der jährlichen Entwicklerkonferenz F8. (APA/dpa)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL

Ihr Kommentar zum Thema