Betrugsfalle  Online-Shopping
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MARKETING & MEDIA Redaktion 10.04.2026

Betrugsfalle Online-Shopping

Eine aktuelle Studie zeigt die massive Verbreitung von betrügerischer Online-Werbung in Social Media und Co.

••• Von Sascha Harold

WIEN. Betrügerische Online-Werbung ist in Österreich längst kein Randphänomen mehr, sondern erreicht Millionen von Nutzerinnen und Nutzern. Eine aktuelle Studie, die von Marketagent im Auftrag des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens durchgeführt wurde, zeigt nun das massive Ausmaß von Fake-Shops und Abofallen.  Demnach hat bereits jede zweite Person in Österreich den Eindruck, mit betrügerischer Online-Werbung konfrontiert worden zu sein. Die Dunkelziffer dürfte allerdings weit höher sein, da ein weiteres Fünftel der Befragten unsicher war, inwieweit eingeblendete Anzeichen tatsächlich seriös waren.

Professionell gestaltet
Eine Rolle spielt auch, dass betrügerische Werbung heute weit besser gemacht ist, als noch vor einigen Jahren. Das unterstreicht auch Thorsten Behrens, Geschäftsführer des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens: „Betrügerische Anzeigen sind oft professionell gestaltet und unterscheiden sich nicht von den Anzeigen seriöser Anbieter. Das macht es zunehmend schwieriger, seriöse von unseriösen Angeboten zu unterscheiden.“

Social Media als Haupt-Tatort
Auf Kanalebene identifiziert die Studie vor allem die Sozialen Medien als Haupteinfallstore für unseriöse und betrügerische Werbung.  Als Beispiel führt Behrens Anzeigen sogenannter „Ghost-Stores“ an, die sich auf Social Media als vermeintlich heimische Familienbetriebe ausgeben: „Hinter diesen Anbietern stecken sogenannte Ghost-Stores ohne realen Firmensitz, die aus Lagern in China liefern. Kundinnen und Kunden werden gezielt getäuscht: Anstelle österreichischer Qualitätsware erhalten sie minderwertige Produkte aus China.“

Forschungsprojekt
Um sich dem Thema intensiver anzunehmen, wurde im Jänner 2026 das Forschungsprojekt AdWatch gestartet, das vom Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation geleitet und in Zusammenarbeit mit dem Austrian Institute of Technology, der TU Wien sowie dem BMI durchgeführt wird. Ziel des Projekt ist es, die Verbreitung betrügerischer Werbung auf Social Media und in Suchmaschinen zu untersuchen und mögliche Schutzmaßnahmen für Konsumenten zu entwickeln. Bis solche technischen Lösungen greifen, bleiben Gütezeichen und Warnlisten die wichtigsten Ankerpunkte.

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