Ein Forum für die Zukunft des ORF
MARKETING & MEDIA Redaktion 04.09.2026

Ein Forum für die Zukunft des ORF

Hoffentlich wird es kein: „Es wurde schon alles gesagt, nur eben noch nicht von jedem“-Forum.

Kommentar  ••• Von Dinko Fejzuli

SCHON WIEDER. Manche in der Branche werden sich noch erinnern: Im Juni 2018, knapp ein halbes Jahr nach seinem damaligen Antritt als neuer Medienminister, lud Gernot Blümel zu einer sogenannten Medien-Enquete.

Im Vorfeld wurde viel geredet und geschrieben, was dort diskutiert werden sollte, die Erwartungen an das Forum wurden immer größer und größer und egal was am Ende rausgekommen war – die Situation für alle Medien im Lande ist nicht besser geworden.

Vor allem, wenn man die Entwicklung der Werbeeinnahmen aller heimischen Medienunternehmen, also deren Lebensader, mit jenen der internationalen Digital-Giganten vergleicht: Der heimische Werbemarkt erlebt einen besorgniserregenden Aderlass, der das Fundament unserer Medienlandschaft erschüttert und der besonders in den letzten Jahren immer dramatischer geworden ist: Während etwa heimische Medien 2020 mit 1,8 Mrd. € noch den Markt dominierten und die Digitalkonzerne bei 860 Mio. € hielten, hat sich das Kräfteverhältnis dramatisch verkehrt. Der historische Kipppunkt folgte 2023, als die Plattformen mit knapp zwei Mrd. € erstmals an den traditionellen Häusern (1.9 Mrd. €) vorbeizogen und bis Ende 2025 explodierten die digitalen Werbegelder regelrecht auf über 2,7 Mrd. € – also mehr als eine Verdreifachung binnen sechs Jahren –, während heimische Medien auf 1,8 Mrd. € zurückgingen.

Und wenn – inflationsbereinigt – über 60% der Werbegelder im Land an globale Plattformen abfließen, verliert Österreich nicht nur Werbe­volumen, sondern die wirtschaftliche Basis für unabhängigen, qualitätsvollen Journalismus.

Darüber wird man beim kommenden ORF Zukunftsforum am 10. und 11. September hoffentlich auch reden.
Aber was es eigentlich gebraucht hätte, wäre ein Zukunftsforum für alle Medien. Und hoffentlich wird es nicht wieder „Das große Palaver vor der Nebelwand“; so wurde nämlich, rückblickend durchaus treffend, die damalige Medien-Enquete 2018 in einem Artikel auf oe1.at genannt.

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