Google entgeht Zerschlagung des AdTech-Geschäfts
© Sebastian Bergmann/Flickr
Ein US-Gericht weist die vom Justizministerium geforderte Zerschlagung von Googles AdTech-Geschäft zurück.
MARKETING & MEDIA Redaktion 14.09.2026

Google entgeht Zerschlagung des AdTech-Geschäfts

Ein US-Gericht lehnt die vom Justizministerium geforderte Abspaltung von Teilen des Google-Werbegeschäfts ab. Die österreichische Medieninitiative Agenda 2050 übt Kritik an der Entscheidung.

WIEN. Google muss wesentliche Teile seines AdTech-Geschäfts vorerst nicht abspalten. Das zuständige US-Bezirksgericht für den Eastern District of Virginia hat die vom US-Justizministerium vorgeschlagenen strukturellen Maßnahmen abgewiesen. Stattdessen soll die Alphabet-Tochter zu Änderungen bestimmter Geschäftspraktiken verpflichtet werden.

Welche Auflagen Google im Detail erfüllen muss, ist laut Agenda 2050 noch nicht vollständig konkretisiert. Vorgesehen seien unter anderem Einschränkungen bei der Bevorzugung eigener Produkte und Dienste, ein verbesserter Datenaustausch mit Publishern sowie eine diskriminierungsfreie Behandlung von Drittanbieter-Werbebörsen und Adservern.

Agenda 2050 kritisiert Urteil
Die österreichische Medieninitiative Agenda 2050 sieht die Entscheidung kritisch. „Das aktuelle Urteil ist ein Schlag in das Gesicht einer ganzen Branche, die sich in Abhängigkeit weniger Monopolisten befindet. Google muss nur einzelne Geschäftspraktiken ändern, behält jedoch die Kontrolle über das Kerngeschäft in der Werbetechnologie“, sagt Agenda-2050-Präsident Eugen Schmidt von AboutMedia.

Die Initiative hofft nun auf ein konsequenteres Vorgehen auf europäischer Ebene und verweist dabei auf den Digital Services Act und den Digital Markets Act. Aus Sicht von Agenda 2050 könnten die vorgesehenen Auflagen zudem erst innerhalb der kommenden zwölf bis 18 Monate Wirkung entfalten.

Rechtsstreit um AdTech-Geschäft
Das US-Justizministerium hatte Google 2023 vorgeworfen, Wettbewerber im Bereich der digitalen Werbetechnologie vom Markt auszuschließen und seine Marktmacht auszubauen. In einem Urteil aus dem Jahr 2025 wurde festgestellt, dass Google seinen Publisher-Adserver DoubleClick for Publishers rechtswidrig mit seiner Werbebörse AdX gekoppelt hatte. Daraufhin hatte die US-Regierung die Abspaltung wesentlicher Teile des AdTech-Geschäfts gefordert.

Mit der nun getroffenen Entscheidung bleibt Google weiterhin in mehreren Stufen der programmatischen Werbevermarktung aktiv. Agenda 2050 fordert daher weiterhin Maßnahmen, die aus ihrer Sicht faire Wettbewerbsbedingungen für Medienunternehmen und andere Marktteilnehmer sicherstellen. (red)

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