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"Join the Revolution!": Crowdfunding für Studienplätze © FH Technikum Wien/APA-Fotoservice/Rastegar

Gabriele Költringer, GF FH Technikum Wien, Lothar Roitner, GF Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie, Präsident FH Technikum Wien, Kurt Hofstädter, Director Digital Strategy Siemens AG Österreich, Janice Goodenough, CEO von Hydrogrid.

© FH Technikum Wien/APA-Fotoservice/Rastegar

Gabriele Költringer, GF FH Technikum Wien, Lothar Roitner, GF Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie, Präsident FH Technikum Wien, Kurt Hofstädter, Director Digital Strategy Siemens AG Österreich, Janice Goodenough, CEO von Hydrogrid.

Redaktion 07.05.2019

"Join the Revolution!": Crowdfunding für Studienplätze

FH Technikum Wien sammelt per digitaler Crowdfunding-Kampagne „One of 1000“ Spenden für mehr technische Studienplätze.

WIEN. Die Industrie sucht dringend technische Fachkräfte, das Interesse an technischen Studien ist groß wie nie zuvor - aber es mangelt an der Finanzierung: Im Jahr 2019 gibt es keine (!) neuen öffentlich finanzierten Studienplätze. Im Herbst 2018 musste allein die FH Technikum Wien über 1.000 qualifizierte Bewerber wegen fehlender öffentlich finanzierter Studienplätze abweisen.

Deshalb startet die FH Technikum Wien jetzt auf der Plattform www.technikum-crowd.at eine webbasierte Crowdfunding-Kampagne, um in Eigeninitiative zusätzliche technische Studienplätze an der Hochschule zu schaffen, eine europaweit einzigartige Initiative. Zum Auftakt wurde am heutigen Dienstag zu einer Pressekonferenz geladen. Eine "Initiative gegen die Verschwendung von Talenten" nennt FH Technikum Wien-Geschäftsführerin Gabriele Költringer die Kampagne.

Lothar Roitner: "Absurde Situation"
"Der Industrie fehlen 16.500 Fachkräfte – vor allem MINT-Absolventen", bestätigt Lothar Roitner, Geschäftsführer des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) und Präsident der FH Technikum Wien.

Roitner: „Acht von zehn Industrieunternehmen leiden gegenwärtig unter Rekrutierungsproblemen in Technik, Produktion sowie Forschung und Entwicklung. Umso absurder ist es, dass die FH Technikum Wien im vergangenen Herbst über 1.000 qualifizierte Bewerber abweisen musste, weil es nicht genügend Studienplätze gegeben hat." Ohne ausgebildete Arbeitskräfte aber werde "Österreich in der Digitalisierung auf der Strecke bleiben". Der FEEI fordert die Schaffung von mindestens 30% mehr Ausbildungsplätzen an Hochschulen im technischen Sektor.

Siemens, Schrack Seconet, Kapsch mit an Bord
Kurt Hofstädter, Director Digital Strategy, Siemens AG Österreich und stv. Präsident der FH Technikum Wien ergänzt: „Diese Fachhochschulabgänger werden von der österreichischen Industrie dringend benötigt, um ihren erfolgreichen Weg in der Digitalisierung fortsetzen zu können. Daher haben wir uns entschlossen, die Kampagne 'One of 1000' zu unterstützen und einen Bachelor-Studienplatz im Studiengang Mechatronik/Robotik zu finanzieren."

Darüber hinaus haben schon vor Kampagnenstart u.a. folgende Unternehmen zugesagt, in zusätzliche Studienplätze zu investieren: Schrack Seconet, ein Anbieter für Brandmelde-, Kommunikations- und Sicherheitssysteme; das weltweit tätige Mobilitäts- und Digitalisierungsunternehmen Kapsch Group, das innovative Softwareentwicklungs- und Technologieberatungs-Unternehmen iteratec und der Fachverband Metalltechnische Industrie.

Fehlende Fachkräfte beschäftigen aber nicht nur Konzerne – auch KMU und Start-ups leiden darunter. "Wir brauchen laufend MINT-Absolventen, insbesondere in den Bereichen IT, Data Science und Elektrotechnik", so Janice Goodenough, CEO von Hydrogrid. "Bis dato ist es uns zwar gelungen, über indirekte Kontakte hervorragende Kandidaten für unsere Sache zu begeistern, mittelfristig könnte aber der mangelnde ‚Nachwuchs‘ an Technik-Absolventen unser Wachstum gefährden."

Hydrogrid bietet eine vollautomatisierte IoT-Lösung zur Echtzeit-Steuerung von Wasserkraftwerken und wurde vor Kurzem von Wirtschaftsministerin Margarethe Schramböck mit dem Staatspreis für Digitale Produkte und Lösungen für seine Software-as-a-Service-Lösung (SaaS) ausgezeichnet.

Költringer: "Erste Erfahrungen mit alternativer Finanzierungsform"
"Mit der webbasierten Crowdfunding-Kampagne gehen wir einen Weg, den vor uns noch niemand gegangen ist", meint Költringer. "Wir sammeln Spenden, um zusätzliche Studienplätze zu schaffen, und sammeln gleichzeitig erste Erfahrungen mit einer modernen, alternativen Finanzierungsform, die in Österreich noch nicht etabliert ist. Mit dieser digitalen Spendenmöglichkeit wollen wir insbesondere auch jüngere, technikaffine Menschen erreichen, die den Wert eines Studienplatzes und einer technischen Ausbildung zu schätzen wissen. Deshalb sprechen wir auch ganz gezielt unsere über 11.000 Absolventen an. Sie wissen, welche Türen sich für sie durch das Studium an der FH Technikum Wien geöffnet haben und wollen im besten Fall jungen Menschen die gleichen Chancen ermöglichen.“

Über die Kampagne „One of 1000“
„One of 1000“ läuft von Mai bis August 2019. Den Anfang machen die Kampagnen für Studienplätze der Studiengänge Mechatronik/Robotik und Urbane Erneuerbare Energietechnologien. Kampagnen für weitere Studienplätze mit Start noch in diesem Mai sind fix geplant. Die Studiengänge, für die gespendet werden kann, wurden aufgrund der Nachfrage von (potenziellen) Studierenden und Unternehmen ausgewählt.
Grundlage für die Kampagnenziele ist die öffentliche Förderung für einen technischen Studienplatz an der FH Technikum Wien von 8.850 Euro im Jahr, also 26.550. Euro bis zum Abschluss eines Bachelor-Studiums.

Die generierten Spenden fließen zu 100% in die Finanzierung von Studienplätzen und sind steuerlich absetzbar. Spenden sind bereits ab 10 Euro auf der Plattform www.technikum-crowd.at möglich, technisch realisiert von der Plattform Conda. Spender und Spenderinnen erhalten im Gegenzug ein kleines Dankeschön.

Ein ausführliches Interview mit FH Technikum Wien-Geschäftsführerin Gabriele Költringer lesen Sie in der Printausgabe von medianet am Freitag, 10. Mai. (red)

www.technikum-crowd.at

www.technikum-wien.at

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