Jugend-Internet-Monitor 2026 zeigt rückläufige Nutzung sozialer Netzwerke bei Jugendlichen in Österreich
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Social Media-Nutzung bei der Jugend geht zurück, KI-Chatbots legen an Bedeutung zu - laut Jugend-Internet-Monitor 2026. 
MARKETING & MEDIA Redaktion 27.01.2026

Jugend-Internet-Monitor 2026 zeigt rückläufige Nutzung sozialer Netzwerke bei Jugendlichen in Österreich

Studie von Saferinternet.at zu Plattformpräferenzen und digitalen Trends.

WIEN. Die EU-Initiative Saferinternet.at hat zum elften Mal den Jugend-Internet-Monitor vorgelegt. Die repräsentative Studie untersucht die Nutzung sozialer Netzwerke durch Jugendliche in Österreich. Für die Erhebung befragte das Institut für Jugendkulturforschung 500 Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren aus allen Bundesländern. Die Datenerhebung erfolgte mit Unterstützung der EU und der FFG.

Rückgänge bei allen großen Plattformen
Die sechs meistgenutzten Plattformen bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert, verzeichnen jedoch allesamt rückläufige Nutzungszahlen: Der Messenger-Dienst WhatsApp führt das Ranking 2026 mit einer Nutzung von 82 % (davon 84 % tägliche Nutzung) an, gefolgt von YouTube mit 76 % (50 % tägliche Nutzung). Beide Plattformen verlieren im Vergleich zum Vorjahr mehrere Prozentpunkte. Auf den weiteren Plätzen liegen Snapchat (65 % Nutzung; davon 85 % tägliche Nutzung), TikTok und Instagram, die jeweils von rund zwei Dritteln der Jugendlichen genutzt werden. Auch hier zeigen sich deutliche Rückgänge. Microsoft Teams rangiert mit 31 % Nutzung auf Platz sechs.

Abseits der großen Netzwerke nutzen Jugendliche eine Vielzahl weiterer digitaler Angebote. Die digitale Pinnwand Pinterest wurde von rund einem Drittel der Jugendlichen genutzt, die Spieleplattform Roblox von 23 % und die Kommunikationsplattform Discord von 18 % der Befragten. Die Streamingplattform Twitch kommt auf 14 %. Signal und Reddit bleiben stabil, während die Instant-Foto-App BeReal deutlich an Bedeutung verliert und nur noch von 7 % der Jugendlichen genutzt wird.

Geringe Unterschiede zwischen Mädchen und Jungs
Geschlechtsspezifische Unterschiede fallen bei den großen Plattformen geringer aus als in den Vorjahren. YouTube (Jungs: 79 %, Mädchen: 73 %) und TikTok (Jungs: 67 %, Mädchen: 61 %) werden weiterhin etwas häufiger von Jungs genutzt. Bei WhatsApp, Snapchat und Instagram zeigen sich heuer keine Unterschiede mehr. Deutlicher zeigen sich hingegen Differenzen bei Gaming- und Streaming-Plattformen sowie bei Pinterest.

Algorithmus bestimmt Konsum
Die Studie verweist zudem auf einen strukturellen Wandel sozialer Netzwerke. Der Austausch mit dem eigenen Umfeld, über das eigene Umfeld informiert zu bleiben oder bestimmten Personen gezielt zu folgen, tritt zunehmend in den Hintergrund. Stattdessen rückt das endlose Durchscrollen von Kurzvideos in den Vordergrund. Dieses vor allem von TikTok geprägte Prinzip bestimmt mittlerweile die Funktionsweise fast aller großen Social-Media-Plattformen. Der Konsum der Jugendlichen verläuft dabei vermehrt passiv, sie lassen sich von algorithmisch vorgeschlagenen Kurvideos „berieseln“. Dies würde sich, laut Studie, unter anderem darin manifestieren, dass viele Jugendliche kaum benennen können, welchen Content-Creatorinnen und -Creatoren sie tatsächlich folgen. „Der algorithmische Konsum ersetzt zunehmend das bewusste Abonnieren und Verfolgen einzelner Persönlichkeiten“, fasst Saferinternet.at zusammen.

Anstieg bei KI-Chatbots
KI-Chatbots wie ChatGPT & Co. sind inzwischen fest im Alltag der österreichischen Jugendlichen verankert. Saferinternet.at hat diesem Thema deshalb eine zusätzliche Erhebung gewidmet. Das Ergebnis: 94 % der Jugendlichen nutzen Chatbots. Die starke Nutzung könnte den beobachteten Rückgang der Social-Media-Nutzung zum Teil erklären. Hinzu kommt die Vielfalt digitaler Angebote: Neben sozialen Netzwerken werden auch Streaming-Dienste wie Spotify, Netflix oder Disney+ genutzt. Unter den Jugendlichen zeigt sich außerdem ein zunehmendes Sättigungsgefühl: Obwohl soziale Netzwerke weiterhin ein wichtiger Bestandteil ihres Alltags sind, äußern viele junge Menschen in Fokusgruppengesprächen mit Saferinternet.at Kritik. Als besonders störend empfunden werden die Menge an Werbung und die ähnlichen Inhalte auf den verschiedenen Plattformen. Auch belastende Inhalte und Hasskommentare machen soziale Netzwerke für viele Jugendliche unattraktiv.

Die detaillierten Ergebnisse zur Nutzung von KI-Chatbots werden am 9. Februar 2026 veröffentlicht. (red)

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