WIEN. Die Austrian Marketing Confederation (AMC) veranstaltete am 8. Juni den Marketingtag 2026 unter dem Motto „Zeitenwende im Marketing“. Mit 14 Programmslots und hochkarätigen Sprechern aus Marketing, Medien und Werbung bot die Veranstaltung einen umfassenden Überblick über aktuelle Trendthemen wie Künstliche Intelligenz, Data Driven Marketing, Markenführung, digitale Sichtbarkeit und die Transformation der Customer Journey. 550 Teilnehmer besuchten das Event.
Bereits zum Auftakt dominierte das Thema KI die Main Stage. Die KI-Expertinnen Anja und Julie Teßmann sowie Kerstin Ludwig von der Sisterhood Berlin zeigten in ihrer Opening Keynote auf, wie stark KI mittlerweile Prozesse, Kampagnensteuerung, Content-Produktion und Customer Journeys verändert. Im Fokus standen dabei nicht nur Effizienzgewinne, sondern auch die Frage, wie Marken trotz Automatisierung relevant, glaubwürdig und emotional bleiben können.
Vertrauen als Erfolgsfaktor
Peter Rosenkranz, Gründer von media4more, widmete sich in seiner Keynote „Trust is Performance – Performance is Trust“ der Frage, warum Vertrauen in einer zunehmend fragmentierten Medienwelt zum wichtigsten Erfolgsfaktor geworden ist. Er zeigte auf, dass nachhaltige Glaubwürdigkeit nicht durch kurzfristige Aufmerksamkeit, sondern ausschließlich durch konsistent gelieferte Ergebnisse entsteht.
Leuart Isufi und Gordian Fraydenegg von helleo.ai erläuterten in ihrem Vortrag „Schluss mit Streuverlusten: So erreichst du Kunden direkt und sicher“, warum klassische Kommunikationskanäle zunehmend an Wirksamkeit verlieren und wie direktes Messaging dafür sorgt, dass Botschaften beim Kunden ankommen. Sabine Auer-Germann, Geschäftsführerin der Post-Tochter adverserve, zeigte in ihrer Keynote „Reichweite neu programmiert: Wie Technologie und Daten den Weg zur Zielgruppe zurückeröffnen“, wie modernes Tracking, Server-Side-Technologien und saubere Consent-Strategien neue Möglichkeiten für datengetriebenes Marketing schaffen.
Effizienzdruck und fragmentierte Mediennutzung
Für die Podiumsdiskussion „Was sind neben der KI-Implementierung die anderen großen Herausforderungen für Marketer?“ versammelten sich Antonia Koch (Fabasoft), Christian Schneider (Manner), Kathrin Brandtner (Wiesbauer Wurstwaren) und Moderator Harald Rametsteiner (BFI Wien). Sie diskutierten steigenden Effizienzdruck, fragmentierte Mediennutzung, wachsende ROI-Anforderungen sowie die zunehmende Skepsis gegenüber klassischer Marktkommunikation. Einigkeit herrschte darüber, dass Marketingverantwortliche heute Technologie, Glaubwürdigkeit und wirtschaftliche Wirkung miteinander verbinden müssen.
Mario Frühauf, Geschäftsführer von RMS Austria, und Heinz Mosser, CFO der ORF-Enterprise, präsentierten unter dem Titel „Zwischen Reizüberflutung und Vertrauen: Wo Werbung noch wirkt“ aktuelle Studienergebnisse über glaubwürdige Medienumfelder und zeigten, dass Vertrauen in Medienmarken einen direkten Einfluss auf Akzeptanz, Aufmerksamkeit und Werbewirkung hat.
Mathias Kniepeiss, Founder von Endlivity Creative Labs, präsentierte in seiner Session „Vom Prompt zur Kampagne – Die fünf KI-Engines, die Marketing-Produktion neu schreiben“ konkrete Einsatzmöglichkeiten generativer KI im Marketing. Anhand realer Cases erläuterte er die Potenziale von Text-to-Image-, Text-to-Video- sowie Video-to-Video-Technologien. Martin Wagner von der GGK Group beschrieb unter dem Titel „Sebastian ist tot. Lang lebe Sebastian.“ die kurze Halbwertszeit aktueller KI-Setups und erklärte, warum diese Dynamik zu einer der größten Herausforderungen für Agenturen und Marketingabteilungen geworden ist.
Workshops und Ausblick
Die Experience Stage setzte auf vier interaktive Workshops zu je 40 Minuten. Florian Schleicher zeigte in „Friction Reloaded – Marketing mit Cringe, IRL Events und Ritualen“, warum Marken wieder spürbar werden müssen. Bernhard Hochrainer analysierte die relevantesten KI-Updates 2026, Hana Greiner widmete sich starken Brand Narratives in der KI-Ära, und Konrad Mayr-Pernek erklärte in „Gaming und das Attention Monster“, warum Aufmerksamkeit zur entscheidenden Währung moderner Markenkommunikation geworden ist.
Den anschließenden Galaabend zur Verleihung des Staatspreis Marketing eröffnete die ehemalige Skirennläuferin und zweifache Weltmeisterin Lizz Görgl mit ihrer Keynote „Die Magie des Flows – Wie du als Marketer und Werber dein Potential entfaltest und über dich selbst hinauswächst“. Sie sprach über Fokus, Eigenverantwortung und Kreativität unter Druck und zog Parallelen zwischen Spitzensport und Marketing-Business.
Maximilian Mondel von Momentum Wien präsentierte ausgesuchte Ergebnisse der Studie „Werbemarktszenarien Österreich 2026–2030. Die Ergebnisse zeigten, dass datengetriebene Plattformen, digitale Medien und KI-basierte Werbesysteme den österreichischen Werbemarkt in den kommenden Jahren massiv prägen werden. „Mit dem Marketingtag 2026 wollten wir aufzeigen, wie dynamisch sich die Zielgruppenansprache im Marketing derzeit verändert, welche Chancen sich daraus für Unternehmen und Marketingverantwortliche ergeben und vor welchen Herausforderungen Marken heute und in unmittelbarer Zukunft stehen“, erklärte Willy Lehmann, AMC-Präsident.
Der nächste Marketingtag und die nächste Verleihung des Staatspreis Marketing finden im Frühsommer 2028 statt. (red)