WIEN. Der Verband der Regionalmedien Österreichs (VRM) fordert eine rasche Verlängerung des „Fonds zur Förderung der digitalen Transformation“ (FDT). Der Fonds ist ausgelaufen, für das Jahr 2027 stehen laut Verband nur noch Restmittel aus nicht abgewickelten Projekten zur Verfügung. Hinweise auf eine neue EU-Notifizierung oder eine Nachfolgeregelung gebe es derzeit nicht.
Der FDT wurde geschaffen, um österreichische Medienunternehmen bei der digitalen Transformation zu unterstützen. Laut VRM habe der Fonds wesentlich dazu beigetragen, Investitionen in Digitalisierung und Innovation auszulösen. Zwischen 2022 und 2025 seien Förderungen in Höhe von 134 Mio. Euro vergeben worden, wodurch Investitionen von rund 243 Mio. Euro entstanden seien.
Förderung als Standortfaktor
Der Verband warnt davor, dass das Ende der Förderung den Wettbewerb mit internationalen Technologieplattformen weiter verschärfen könnte. Laut einer Evaluierungsstudie habe der Fonds bei mehr als 70% der Fördernehmer zu einer Steigerung des Outputs beigetragen und geholfen, Arbeitsplätze zu sichern.
Der VRM sieht darin nicht nur ein medienpolitisches, sondern auch ein wirtschaftspolitisches Thema. Investitionen in die Digitalisierung von Medienunternehmen würden Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Österreich sichern.
Forderungen an die Politik
Der Verband spricht sich für eine sofortige Verlängerung des FDT aus und fordert zugleich eine Vereinfachung der Förderbedingungen. Unter anderem sollen niedrigere Mindestprojektsummen auch kleineren Medienunternehmen den Zugang erleichtern. Zudem sollten künftig auch laufende Digitalisierungskosten förderfähig sein, nicht wie bisher nur initiale Projektkosten.
Neben der Digitalförderung fordert der VRM auch die rasche Umsetzung des Zeitungs-Zustellfördergesetzes (ZZFG). Dieses müsse laut Verband auch kostenlose Zeitungstitel berücksichtigen, um die Versorgung entlegener Regionen mit Medienangeboten sicherzustellen.
Als mögliche Finanzierungsquellen nennt der Verband steigende Einnahmen aus der Digitalsteuer (über 140 Mio. Euro in 2025) sowie Mittel aus der bisher nicht konkret ausgestalteten Förderung „Mein Abo“. (red)
