WIEN. Was können Wirtschaft und Militär voneinander lernen, wenn es um wirksame Führung geht? Dieser Frage widmeten sich vor Kurzem das Bundesministerium für Landesverteidigung und Leitbetriebe Austria bei „Wirtschaft trifft Militär“ im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien, im Rahmen der Initiative „Neue Welt der Arbeit“. Zentrale Themen waren Führungsstrukturen, Eigenverantwortung und der Einfluss Künstlicher Intelligenz auf Entscheidungsprozesse.
Bundesministerin Klaudia Tanner stellte in ihrem Impuls die Verbindung zwischen militärischer und unternehmerischer Praxis in den Mittelpunkt. Beide Bereiche seien mit hohen Anforderungen, begrenzten Ressourcen und Zeitdruck konfrontiert, besondere Bedeutung komme der Resilienz zu.
Kompetenzen teilen
„Militärisches Wissen zivil nutzbar zu machen heißt nicht, Grenzen zu verwischen, sondern Kompetenzen zu teilen“, betonte Tanner. Monica Rintersbacher, Geschäftsführerin von Leitbetriebe Austria, sagte: „Gute Führung muss heute Orientierung geben, ohne Eigenverantwortung einzuschränken. Gerade in Zeiten rascher Veränderungen brauchen Unternehmen Menschen, die Entscheidungen treffen können und wollen. Entscheidend ist, dafür Klarheit, Vertrauen und die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen.“
Zwei Führungswelten im Dialog
In der Podiumsdiskussion trafen Thomas Rathammer (Softcom Consulting), Regina Mittermayer-Knopf (Loomis Österreich), Christian Prinz (Hoerbiger Wien), Karl Pronhagl (ehemaliger Kommandant der Theresianischen Militärakademie), Wolfgang Schweighofer (Direktor Direktion 6 – IKT und Cyber, Verteidigungsministerium) und Christoph Göd (Kommandant des Masterstudiums zur Generalstabsausbildung) aufeinander. Diskutiert wurden Hierarchie und Eigenverantwortung, Fehler- und Feedbackkultur sowie KI, wobei Schweighofer festhielt, dass die Letztverantwortung beim Menschen bleibe. (red)