Zwischen Zukunftschancen und globalen Krisen: Ö3-Jugendstudie zeigt Optimismus und Zweifel bei der Gen Z in Österreich
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MARKETING & MEDIA Redaktion 16.04.2026

Zwischen Zukunftschancen und globalen Krisen: Ö3-Jugendstudie zeigt Optimismus und Zweifel bei der Gen Z in Österreich

Die Jugend blickt trotz Unsicherheiten mehrheitlich positiv auf die eigene Zukunft, sieht aber global große Herausforderungen.

WIEN. Die Generation Z in Österreich sieht ihre persönliche Zukunft überwiegend positiv, bewertet die globale Entwicklung jedoch deutlich kritischer. Laut aktueller Ö3-Jugendstudie 2026, an der rund 13.500 Menschen zwischen 16 und 25 Jahren teilgenommen haben, schätzen 79 Prozent die weltweiten Entwicklungen pessimistisch ein, während 86 Prozent für ihr eigenes Leben optimistisch bleiben.

Die Studie zeigt eine Generation im Spannungsfeld zwischen Krisenerfahrungen und Zukunftserwartungen. Themen wie Klimawandel, wirtschaftliche Unsicherheit und geopolitische Konflikte prägen die Wahrnehmung, gleichzeitig sehen sich viele junge Menschen in der Lage, ihr Leben aktiv zu gestalten: Zwei Drittel gehen davon aus, ausreichend Handlungsspielräume zu haben.

KI: Suchmaschine, Organisator und Freund
Eine zentrale Rolle spielt dabei auch Künstliche Intelligenz. Die Gen Z nutzt KI-Chatbots bereits breit als Informationsquelle, rund 71 Prozent greifen für Recherchezwecke darauf zurück. Rund jeder oder jede Fünfte (22%) lässt sich von Chatbots bei der Organisation des Alltags unterstützen, 16% unterhalten sich aus Langeweile mit ihnen und ebenso viele suchen dort Hilfe bei Problemen oder wenn sie jemanden zum Reden brauchen. Außerdem zeigt sich ein vergleichsweise hohes Vertrauen: 39 Prozent halten KI-Inhalte für verlässlich, deutlich mehr als bei Social Media.

Wissen fürs Alltagsleben und über KI
Im Bildungsbereich fordert die GenZ mehr Praxisnähe und Kompetenzen für den Alltag. 96 Prozent wünschen sich stärker lebensnahe Inhalte, etwa Finanzwissen, während auch digitale Kompetenzen und der Umgang mit Künstlicher Intelligenz als zentral gelten.

Sinnstiftende Arbeit
Für das Arbeitsleben stehen Sicherheit und Stabilität im Vordergrund. 70 Prozent sehen Arbeit primär als Mittel zur Existenzsicherung, gleichzeitig gewinnen Aspekte wie Wertschätzung, Teamarbeit und Sinn an Bedeutung.

Hohes Interesse und Problembewusstsein
Auch gesellschaftspolitisch zeigt sich ein ambivalentes Bild: Ein großer Teil der Befragten fühlt sich von politischen Entscheidungsprozessen nicht ausreichend vertreten. 55 Prozent verfolgen zwar aktuelle Nachrichten, um sich ein eigenes Bild zu machen und um an laufenden Debatten teilzuhaben, 34 Prozent empfinden Nachrichten als belastend, möchten aber dennoch informiert bleiben. Für rund 10 Prozent überwiegt hingegen der Belastungsfaktor – sie versuchen Nachrichten eher zu vermeiden.

Das ausgeprägte Interesse der Gen Z an aktuellen Themen geht mit einem hohen Problembewusstsein einher – in zahlreichen Bereichen sehen sie daher auch dringenden Handlungsbedarf: Dies gilt allen voran in Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise (78 Prozent), beim Abbau von ökonomischer Ungleichheit (77 Prozent), in der Pflege (73 Prozent), bei der
Zuwanderung (73 Prozent), der Wegwerfgesellschaft (71 Prozent) und dem Klimawandel (69 Prozent). Auch beim verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz plädieren zwei Drittel der jungen Menschen für zeitnahe Maßnahmen.

Die Ergebnisse verdeutlichen eine Übergangsphase: Die GenZ verbindet einen kritischen Blick auf globale Entwicklungen mit Optimismus für die eigene Zukunft und formuliert zugleich klare Erwartungen an Gesellschaft und Politik. (red)

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