WIEN. Von den 360 Mio. € Jahresbudget der Sanierungsoffensive 2026 sind bereits mehr als 90% vergeben. Nur noch rund 16 Mio. € stehen zur Verfügung und die Nachfrage reißt nicht ab. Zwar können Förderanträge offiziell noch bis zum 31. Dezember 2026 gestellt werden, die Mittel werden jedoch nach dem Prinzip „solange der Vorrat reicht“ vergeben. Experten rechnen damit, dass der Fördertopf innerhalb weniger Wochen vollständig ausgeschöpft sein wird.
„Die Erfahrung zeigt, dass attraktive Förderprogramme rasch ausgereizt werden. Das Vorgängerprogramm ‚Raus aus Öl und Gas‘ wurde damals vollständig aufgebraucht, bevor viele Haushalte überhaupt reagiert hatten“, betont Martin Kloboucnik, Co-CEO von Wolf Klima- und Heiztechnik. „Auch aktuell reißt die Nachfrage nicht ab. Wer bei Sanierungsentscheidungen zu lange wartet, riskiert höhere Kosten und den Verlust verfügbarer Förderungen“.
Wer noch Anspruch auf Förderung hat
Im Vergleich zu den vergangenen Jahren hat sich die Förderlandschaft deutlich verändert. Zwar stand mit der Sanierungsoffensive 2026 ein fixes Jahresbudget von 360 Mio. € zur Verfügung, gleichzeitig wurde Anfang Februar der Sanierungsbonus eingestellt. Seither können neue Förderanträge nur noch für den Austausch fossiler Heizsysteme gestellt werden.
Förderfähig sind ausschließlich Bestandsgebäude. Antragsberechtigt sind Eigentümer, Bauberechtigte oder Mieter von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Eigentümer von Mehrparteienhäusern. Neubauten sind von der Förderung ausgeschlossen.
Besonders wichtig: Die Registrierung muss vor der Beauftragung eines Fachbetriebs erfolgen. Wer bereits einen Auftrag erteilt hat, verliert den Förderanspruch. Zudem sind ein Energieberatungsprotokoll sowie die Durchführung der Arbeiten durch einen zertifizierten Fachbetrieb Voraussetzung für die Förderung. Die Unterstützung beträgt bis zu 30% der förderfähigen Investitionskosten und kann mit Landesförderungen kombiniert werden.
Sanierungsbedarf bleibt hoch
Der Handlungsbedarf zeigt sich auch im Gesamtbild: Laut Umweltbundesamt liegt die jährliche Sanierungsrate in Österreich momentan bei rund 0,9%. Für die Erreichung der Klima- und Energieziele wäre jedoch eine Steigerung auf etwa 2,5 bis 3% notwendig. Wer jetzt investiert, sichere sich nicht nur die Chance auf Fördermittel, sondern verbessere langfristig auch die Energieeffizienz und den Wert der eigenen Immobilie, so Kloboucnik.
Susanna Gross wird Partnerin bei EY
Susanna Gross (39) wird zur Partnerin bei EY Österreich ernannt. Die gebürtige Burgenländerin ist seit mehr als 16 Jahren im Unternehmen tätig und hat sich in dieser Zeit als Expertin