WIEN. Kwizda Agro feiert heuer sein 100-jähriges Bestehen. 1926 startete das Unternehmen mit dem Vertrieb des Beizmittels „Abavit“, heute ist es international tätig und versteht Pflanzenschutz als Teil eines produktiven und zugleich intakten Lebensraums. „Unser Anspruch war von Anfang an, Pflanzenschutzlösungen zu schaffen, die unsere Kunden tatsächlich weiterbringen“, sagt Geschäftsführer Ronald Hamedl. Die Rolle als Vermittler zwischen Forschung, industrieller Umsetzung und landwirtschaftlicher Praxis präge das Unternehmen bis heute.
Ein wesentlicher Entwicklungsschritt war die Einführung neuer Wirkstoffklassen in den 1980er- und 1990er-Jahren, darunter die Sulfonylharnstoffe. Mit „Ally“ (1987) konnte die Aufwandmenge im Ackerbau von mehreren Litern auf wenige Gramm pro Hektar gesenkt werden. Das veränderte Anwendung, Logistik und Arbeitsweise am Feld. Produkte wie „Concert“, „Express“ und „Titus“ wurden durch begleitende Feldversuche rasch etabliert.
Mit dem Ausbau des Standorts Leobendorf ab Ende der 1970er-Jahre verzahnte Kwizda Agro Forschung, Formulierungstechnologie und Produktion systematisch. Das Werk entwickelte sich zu einem führenden Formulierungszentrum in Europa. Verfahren wie Wirbelschichtgranulation und Mikroverkapselung wurden gemeinsam mit internationalen Partnern zur industriellen Reife gebracht und werden heute verstärkt für biologische Pflanzenschutzlösungen und Biozide weiterentwickelt.
Auf dieser technologischen Basis baut das Unternehmen sein Portfolio biologischer Produkte aus. Ergänzend setzt Kwizda Agro auf digitale Services. Über die Plattform „KX Kwizda Xperience“ werden Wetterdaten, Krankheitsprognosen und Pflanzenschutzplanung standortbezogen zusammengeführt. „Innovation entsteht nicht im Labor allein“, so Hamedl. „Sie entfaltet ihren Wert erst dann, wenn sie im Feld ankommt.“
Die Internationalisierung erfolgte schrittweise. 1990 begann Kwizda Agro mit Aktivitäten in Ungarn, später folgten Rumänien, Italien und Frankreich. Heute ist das Unternehmen neben Österreich in mehreren europäischen Ländern aktiv und hat seine Präsenz auf Nordamerika ausgeweitet. In den USA und Kanada wurden eigene Organisationen mit lokalen Feldteams aufgebaut. Produkte wie „TRICO®“ konnten so in neue Märkte übertragen werden.
Zum Jubiläum positioniert sich Kwizda Agro unter dem Leitgedanken „Beyond Growth“. Biologisierung, Digitalisierung und geografische Expansion werden strategisch verknüpft. „Wenn wir heute auf 100 Jahre Kwizda Agro blicken, dann geht es nicht um das Feiern der Vergangenheit“, sagt Hamedl. „Es geht darum, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen und Wachstum so zu gestalten, dass es nachhaltigen Bestand hat.“
Kwizda Agro ist Teil der Kwizda Unternehmensgruppe und produziert am Standort Leobendorf komplexe Formulierungen für chemische und biologische Pflanzenschutzlösungen. Rund 460 Mitarbeiter sind in mehreren europäischen Ländern und in den USA tätig.
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