•• Von Christian Novacek
Die Spar Österreich-Gruppe hat 2025 ihren Wachstumskurs fortgesetzt. Mit insgesamt 3.326 Handelsstandorten in Österreich und fünf Nachbarländern erzielte der Handelskonzern einen Verkaufsumsatz von 22,3 Mrd. €, ein Plus von vier Prozent.
Mehr als 93.000 Mitarbeiter arbeiten inzwischen für das Unternehmen, davon rund 51.000 in Österreich. Vorstandsvorsitzender Hans K. Reisch betont die gesellschaftliche Rolle der Nahversorgung: „Zu einer hohen Lebensqualität in einem Land gehört auch eine gut ausgebaute, leicht erreichbare Nahversorgung, die die vielfältigen Wünsche und Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung abdeckt. Im Lebensmittelhandel in Österreich konnte Spar die Marktführerschaft festigen, sie dürfte auf rd. 37% steigen. Der Umsatz kletterte auf 10,82 Mrd. €
(+4,2%). Damit entwickelte sich das Unternehmen stärker als der Gesamtmarkt, der laut NielsenIQ um 3,4% zulegte.
Ende 2025 gab es in Österreich 1.514 Spar-Standorte, das waren dann um 17 mehr als im Jahr zuvor. Zum Filialnetz zählen 1.024 Spar-Supermärkte, 249 Eurospar-Märkte, 49 Spar Gourmet-Standorte sowie 113 Spar express-Tankstellenshops. Ergänzt wird das Netz durch 70 Interspar-Hypermärkte, zwei Interspar pronto und sieben Maximärkte.
Interspar betreibt zudem 60 Restaurantbetriebe und gehört damit zu den größten Systemgastronomen Österreichs.
Aufwärtstrend der Kaufleute
Ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstruktur bleibt die Zusammenarbeit mit selbstständigen Kaufleuten. Insgesamt 678 der österreichischen Standorte werden von unabhängigen Unternehmern oder Tankstellenpartnern geführt.
Durch die Integration ehemaliger Unimarkt-Standorte bekommt dieses Netz einen weiteren Push: Insgesamt wechseln 25 Märkte zu Spar, davon 20 unter der Führung selbstständiger Kaufleute und fünf als Filialen der Spar-AG. Die Mitarbeiter wurden übernommen, teilweise wurde zusätzliches Personal aufgenommen.
Reisch betont, dass dieses Modell auch künftig eine wichtige Rolle spielen soll: „Auch niederschwellige Möglichkeiten für soziale Kontakte gehören zu einer guten Lebensqualität. Darum investieren wir nicht nur in breite Sortimente mit regionaler Prägung und in leistbare Preise, sondern auch laufend in moderne Supermärkte und attraktive Shopping-Center mit Treffpunktqualität.“
Stark an der Tankstelle
Parallel baut Spar das Netz an Spar express-Tankstellenshops aus. Die Zahl der Standorte stieg 2025 von 91 auf 113. Für 2026 sind weitere Projekte geplant, darunter zusätzliche Spar express- und Despar express-Standorte in Kooperation mit Tankstellenbetreibern.
Auch im klassischen Filialnetz wird kontinuierlich modernisiert: Während 2025 ein Interspar-Hypermarkt nach umfassendem Relaunch wiedereröffnet wurde, stehen für 2026 gleich mehrere größere Umbauprojekte an – unter anderem in Feldkirch-Altenstadt und Innsbruck Neu-Rum. Weitere Modernisierungen sind in Saalfelden, im Grazer Shoppingcenter West sowie im Dornbirner Messepark geplant. Für Oktober 2026 wird außerdem die Wiedereröffnung des modernisierten Maximarkts in Linz erwartet.
Auch international setzte die Spar Österreich-Gruppe ihren Wachstumskurs fort. Die Zahl der Lebensmittelstandorte in Österreich, Norditalien, Ungarn, Slowenien und Kroatien stieg 2025 auf insgesamt 3.082. Der Umsatz im Lebensmittelhandel über alle Länder hinweg wuchs um 4,7% auf 19,3 Mrd. €.
Besonders dynamisch entwickelten sich Kroatien und Slowenien mit Zuwächsen von über sieben Prozent. In Slowenien erreichte Spar 2025 erstmals die Marktführerschaft. In Kroatien wird die Expansion vor allem in Istrien und in den Küstenregionen vorangetrieben.
Aufgefrischt im Shop
Neben Expansion setzt Spar stark auf Modernisierung und Digitalisierung. In Österreich wurde mit „Spar next“ ein neues Ladendesign entwickelt, das bereits in mehreren Supermärkten umgesetzt wurde. Gleichzeitig schreitet die Digitalisierung der Märkte voran: Mehr als ein Drittel der Standorte arbeitet bereits mit elektronischen Regaletiketten. Auch die Spar-App gewinnt an Bedeutung: Sie wird inzwischen von rund 3,6 Mio. Kunden genutzt. Nach dem erfolgreichen Start in Österreich wurde die App 2025 auch in Kroatien eingeführt und zählt dort bereits mehrere hunderttausend Nutzer.
Pfand für die gute Sache
Ein immer noch rege diskutiertes Thema für den Handel bleibt das seit Anfang 2025 geltende Einweg-Pfandsystem für Getränkeverpackungen. In den Spar-, Eurospar- und Interspar-Märkten werden täglich große Mengen an Pfandgebinden retourniert. Ein Teil der Kunden nutzt bereits den digitalen Pfandbon über die Spar-App. Gleichzeitig werden Pfandbons zunehmend gespendet: 2025 kamen so über 570.000 € für den Verein „Rettet das Kind“ zusammen.
Für Reisch steht fest, dass Wachstum kontinuierliche Weiterentwicklung erfordert. „Neue Ideen, Akquisitionen und zukunftsorientiertes Handeln bilden die Basis für nachhaltiges Wachstum“, sagt der Spar-Chef. Entsprechend hoch sind die Investitionspläne: „2026 werden wir etwa 800 Millionen Euro in die quantitative sowie die qualitative Expansion investieren.“ Die Ziele: Filialnetz ausbauen, Märkte modernisieren und regionale Sortimente sowie attraktive Einkaufsorte stärken.
