30 Jahre Fairtrade-Kakao: Anteil im österreichischen Markt wächst
© FAIRTRADE Österreich / Safia El Maataoui
RETAIL Redaktion 18.03.2026

30 Jahre Fairtrade-Kakao: Anteil im österreichischen Markt wächst

WIEN. Seit der Einführung von Fairtrade-Kakao vor 30 Jahren wurden in Österreich rund 62.000 Tonnen Kakao aus fairem Handel konsumiert. Das entspricht etwa 1,2 Milliarden Tafeln Schokolade. Mittlerweile werden jährlich knapp 12.000 Tonnen Fairtrade-Kakao verarbeitet, was durchschnittlich rund 25 Tafeln Fairtrade-Schokolade pro Kopf und Jahr entspricht.

Auch im Handel hat die Bedeutung zugenommen. Der Marktanteil von Fairtrade-zertifizierten Tafelschokoladen liegt laut Nielsen IQ inzwischen bei über 14 Prozent. Vor wenigen Jahren lag er noch bei etwa zehn Prozent. Damit hat sich Fairtrade-Kakao von einer Nischeninitiative zu einem festen Bestandteil des österreichischen Schokoladenmarkts entwickelt.

Auswirkungen im Ursprung
Laut einer aktuellen Einkommensstudie aus Côte d’Ivoire erzielen 74 Prozent der Fairtrade-Kakaobauern inzwischen ein Einkommen nahe der existenzsichernden Schwelle. Gleichzeitig ist der Anteil der Haushalte in extremer Armut zurückgegangen – von 36 Prozent im Jahr 2020 auf 17 Prozent. Zu den zentralen Instrumenten zählen ein garantierter Mindestpreis, eine zusätzliche Fairtrade-Prämie für Gemeinschaftsprojekte sowie Schulungen und Programme zur Einkommenssteigerung.

Der globale Kakaomarkt ist derzeit von starken Preisschwankungen geprägt. Nach historischen Höchstständen sind die Weltmarktpreise zuletzt wieder gesunken. Für viele Kooperativen bedeutet das potenziell geringere Einnahmen, während gleichzeitig Herausforderungen wie Klimawandel, Schädlinge und steigende Produktionskosten zunehmen.

„Es ist heute wichtiger als je zuvor, beim Einkauf bewusst zu Fairtrade-Schokolade zu greifen. Gerade in Zeiten sinkender Rohstoffpreise brauchen Kakao-Bauernfamilien verlässliche Einkommen, um ihre Farmen zu sichern, zu investieren und sich gegen immer häufiger werdende Wetterextreme zu wappnen – und damit langfristig auch unsere Versorgung mit Kakao zu sichern.“ sagt Hartwig Kirner, Geschäftsführer von Fairtrade Österreich.

Fairtrade setzt dabei auf vertraglich festgelegte Mindestpreise sowie eine zusätzliche Prämie, die Produzentenorganisationen auch bei fallenden Weltmarktpreisen mehr Planungssicherheit bieten soll. (red)

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