WIEN. Die heurige Saison ist von anhaltender Hitze und Trockenheit geprägt. Welche Auswirkungen das auf die Ernte haben wird, lässt sich laut Branche noch nicht abschließend beurteilen. Trotz zunehmend herausfordernder Witterungsbedingungen hat sich die heimische Produktion in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich entwickelt. 2025 wurden rund 57.500 t Tomaten geerntet und damit mehr als doppelt so viele wie 20 Jahre zuvor. Zugleich setzen immer mehr Betriebe auf geschützten Anbau.
„Hitze und Trockenheit stellen den Tomatenanbau zunehmend vor Herausforderungen. Viele Betriebe setzen deshalb verstärkt auf geschützten Anbau in Glashäusern, wo unter anderem Beschattungssysteme eingesetzt werden, um die Pflanzen vor extremer Sonneneinstrahlung und Hitzestress zu schützen“, erklärt Christina Mutenthaler-Sipek, Geschäftsführerin der AMA-Marketing. Angesichts der aktuellen Herausforderungen trage jede Kaufentscheidung für regionale Lebensmittel zur Versorgungssicherheit bei.
Auf rund 192 ha werden in Österreich Tomaten angebaut. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen im Burgenland, in Wien, Niederösterreich und der Steiermark. Im Wirtschaftsjahr 2024/25 wurden durchschnittlich mehr als 25 kg pro Kopf konsumiert. Paradeiser mit dem rot-weiß-roten AMA-Gütesiegel stammen aus Österreich und werden nach festgelegten Standards produziert.
Während Tomaten früher überwiegend im Freiland angebaut wurden, erfolgt die Produktion heute fast ausschließlich in Glashäusern oder Folientunneln. Der geschützte Anbau erleichtert den Umgang mit Wetterextremen und Krankheiten und ermöglicht eine längere Erntesaison. Die Freilandfläche sank entsprechend von 59 ha im Jahr 1995 auf rund 14 ha im Jahr 2025. Bio-Tomaten werden grundsätzlich bodengebunden im Freiland oder in Gewächshäusern mit natürlichem Boden kultiviert.
Tomaten mit dem AMA-Gütesiegel werden nach den AMAG.A.P.-Richtlinien erzeugt, die unter anderem Sortenwahl, Düngung, Pflanzenschutz und Anbautechnik regeln. Nur Tomaten der Handelsklassen I oder Extra dürfen das Gütesiegel tragen.
2025 wirtschafteten 83 Tomatenbetriebe nach diesen Richtlinien und bewirtschafteten rund 142 ha, nahezu vollständig im geschützten Anbau. Darunter waren 20 Bio-Betriebe mit rund 22 ha Anbaufläche. Kontrollen vom Anbau bis zum Verkauf sollen die Einhaltung der Qualitätskriterien sicherstellen.
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