„Burgenland-Maut ist falscher Weg“
© Kastner/studiohuger.at
Christof Kastner
RETAIL Redaktion 21.08.2026

„Burgenland-Maut ist falscher Weg“

Christof Kastner richtet Offenen Brief an Landeshauptmann Peter Doskozil – und appelliert für eine Entlastung.

WIEN. Ende der vergangenen Woche ging ein Gesetzesentwurf für eine Lkw-Maut im Burgenland in die Begutachtung – sie soll noch im Oktober beschlossen werden, ihre Umsetzung ist für 1. Jänner vorgesehen. Unter den Kritikern findet sich neben der Opposition, der Wirtschaftskammer und der Industriellenvereinigung auch der heimische Handel. Nach Spar-Kaufmann und WKÖ-Gremialobmann Christian Prauchner meldet sich nun auch Christof Kastner, geschäftsführender Gesellschafter der Kastner Gruppe, zu Wort – und zwar mit einem Offenen Brief.

Lose-lose-Situation
„Der massive Kostendruck durch gestiegene Energiepreise, geringere Handelsspannen und unsinnige Bürokratie-Vorgaben von Ländern, Bund und EU bringt die Nahversorger schon jetzt in existentielle Bedrängnis“, holt Kastner aus – und bringt es auf eine einfache Formel: „Stirbt der Nahversorger, stirbt der Ort.“

Die Einführung der Lkw-Maut würde ebendieses Szenario verschärfen, da die Kosten dafür zwangsläufig an die Konsumenten weitergeben werden müssten. Und damit würde die Maßnahme wiederum „zu einem weiteren Inflationstreiber“. Ergo ortet Kastner ein Lose-lose-Szenario: Die Konsumenten würden „zuerst uns abstrafen“ – durch Kaufzurückhaltung und Abwanderung zu Diskontern – und in weiterer Folge auch die Politik, Stichwort „Denkzettelwahl“.

„Entlasten statt Belasten“
Gerade im ländlichen Bereich sei es vielfach nicht möglich, auf Autobahnen und Schnellstraßen auszuweichen – nicht zuletzt aufgrund kurzer Lieferintervalle und strenger Anforderungen an die Kühlkette. Es gelte daher, Lebensmittelhändler und -großhändler „nicht zusätzlich zu belasten, sondern zu entlasten“. Budgetlöcher „auf Kosten der Nahversorgung zu stopfen“ sei jedenfalls „keine nachhaltige Politik“, so Kastner. (red)

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