WIEN. Fairtrade Österreich hat 2025 ein deutliches Umsatzplus verzeichnet. Der Gesamtumsatz mit Fairtrade-Produkten stieg laut Unternehmen um 12,7 Prozent auf 796 Mio. Euro. Die Direkteinnahmen für Bauernfamilien und Beschäftigte aus Fairtrade-Verkäufen in Österreich erreichten 89,3 Mio. US-Dollar.
Mit einem Pro-Kopf-Konsum von 88 Euro zählt Österreich laut Fairtrade zu den drei größten Märkten weltweit. Besonders gefragt waren zuletzt Bananen, Rosen und Kakao. Rückgänge gab es hingegen bei Kaffee, was unter anderem auf hohe Rohstoffpreise und Sortimentsänderungen zurückgeführt wird.
„Dieses Wachstum ist kein Zufall. Es zeigt, dass faire Handelsbedingungen für Konsumentinnen und Konsumenten sowie Unternehmen zunehmend relevant sind, gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten“, sagt Hartwig Kirner, Geschäftsführer von Fairtrade Österreich. „Wenn Märkte unsicher werden, zählt Orientierung, und die bieten glaubwürdige Siegel“, so Kirner.
Herausforderungen für Produzenten bleiben hoch
Trotz der positiven Entwicklung sieht Fairtrade die Produzentenorganisationen weiterhin unter Druck. Klimabedingte Ernteausfälle, volatile Weltmarktpreise und steigende Kosten erschwerten vielerorts die wirtschaftliche Lage. Hinzu kämen Belastungen durch politische Krisen und Unsicherheiten in den Lieferketten.
Laut einem aktuellen Test der Stiftung Warentest zählt das Fairtrade-Siegel zu den drei Systemen mit der höchsten Aussagekraft im Nachhaltigkeitsbereich. Hervorgehoben wurden Mindestpreise, Prämien sowie Vorgaben für existenzsichernde Einkommen und Arbeitsbedingungen.
Nach Angaben von Fairtrade zeigen sich die Auswirkungen des Systems besonders deutlich im Kakaosektor der Côte d’Ivoire. Dort hätten mittlerweile 74 Prozent der Fairtrade-Kakaobauern ein Einkommen nahe der existenzsichernden Schwelle erreicht. 2017 lag dieser Anteil noch bei 23 Prozent.
„Die großen globalen Herausforderungen treffen jene am stärksten, die den wenigsten finanziellen Spielraum haben. Fairtrade setzt genau hier an und schafft konkrete Verbesserungen“, betont Kirner. (red)
