Geschäft mit System: Ikea am Arbeitsplatz
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Alexandra Dürr, Head of retail operations Ikea Austria, und Sandra Gerold, Business Managerin Ikea Österreich, im Gespräch mit medianet- Herausgeber Oliver Jonke.
RETAIL Redaktion 13.02.2026

Geschäft mit System: Ikea am Arbeitsplatz

Ikea professionalisiert das Unternehmenskundengeschäft und hat schon 65.000 Firmen im Netzwerk.

Das schwedische Möbelhaus Ikea stattet in Österreich bereits seit Jahrzehnten Wohnlandschaften aus – aber das tut es nicht für den Endkonsumenten allein: Parallel dazu hat Ikea das Geschäft mit Unternehmenskunden systematisch ausgebaut.
Gerade in der jüngeren Vergangenheit wurde dieses Geschäftsfeld professionalisiert. Seit drei Jahren ist dafür das Ikea Business Network, das sich an Unternehmen aller Größen und Branchen richtet, zentraler Baustein dieser Entwicklung.
Der Ansatz ist breit angelegt: Statt standardisierter Lösungen setzt Ikea auf individuelle Unterstützung – vom Einzelunternehmen bis zum Großbetrieb. Ausgangspunkt für den Aufbau des Business Networks war die eigene Erfahrung als Unternehmen. „Wir wissen, mit welchen Herausforderungen Betriebe heute konfrontiert sind – etwa Lieferketten, Rohstoffpreise, Energiepreise oder der Fachkräftemangel“, sagt Alexandra Dürr, Head of retail operations bei Ikea Austria. Viele dieser Probleme könne man nicht direkt lösen, „aber wir können einen Beitrag leisten, dass Arbeitsplätze angenehmer gestaltet sind, das Arbeitsumfeld motivierend ist und es den Mitarbeitenden gut geht“. Genau hier setze Ikea an: Arbeitswelten sollen funktional, leistbar und zugleich attraktiv sein.

Das Netzwerk richtet sich dabei ausdrücklich nicht an eine bestimmte Zielgruppe. „Das Ikea Business Network ist sowohl für Einzelunternehmen als auch für Großbetriebe mit mehreren tausend Mitarbeitenden geeignet“, betont Sandra Gerold, Country Business Managerin bei Ikea Österreich. Entscheidend sei nicht die Größe eines Betriebs, sondern der konkrete Bedarf. „Es gibt keine Standardlösung. Die Zusammenarbeit ist immer individuell und orientiert sich daran, was das jeweilige Unternehmen benötigt.“

Entsprechend vielfältig seien die Branchen, mit denen Ikea zusammenarbeitet – vom Handel über Gastronomie bis hin zu Dienstleistungsunternehmen. Diese Vielfalt spiegle sich auch in den Projekten wider, die vom einzelnen Arbeitsplatz bis zur Komplettausstattung ganzer Gebäude reichen.

Vielfältige Services
Das Angebot des Business Networks geht klar über ein klassisches Loyalitätsprogramm hinaus. Neben Preisvorteilen und Aktionen umfasst es Services wie eine Online-Bestellhistorie, Zahlungsziele von 40 Tagen, Mitarbeiterschulungen sowie die Ikea Business Paycard, über die Einkäufe zentral abgewickelt werden können. Die Mitgliedschaft ist kostenfrei, Mitarbeiter des jeweiligen Unternehmens können eingebunden werden.

Aktuell zählt das Ikea Business Network in Österreich rund 65.000 registrierte Unternehmen, mit denen gemeinsam an Lösungen für den jeweiligen Arbeitsalltag gearbeitet wird. Beim Produktsortiment greifen Businesskunden grundsätzlich auf das gesamte Ikea Angebot zu, setzen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte. Besonders gefragt sind derzeit ergonomische Lösungen für Arbeitsplätze: „Wir sehen aktuell eine starke Nachfrage nach Büromöbeln und Bürostühlen für den professionellen Einsatz, die auch geltende Normen wie die EU-Norm 1335 erfüllen“, berichtet Dürr.
Gleichzeitig spielt der Hotel- und Gastronomiebereich eine wichtige Rolle. Hier bietet Ikea komplette Ausstattungslösungen aus einer Hand – von Textilien über Möbel bis hin zu Schrank- und Küchensystemen. Ergänzend stellt das Unternehmen für bestimmte Produktgruppen Konformitätserklärungen zur Verfügung, etwa für Geschirr, relevant für den gewerblichen Einsatz.

Key-Account auf Vordermann
Auch bei größeren Projekten, etwa im Wohnbau oder bei gewerblichen Küchen, begleitet Ikea Unternehmenskunden mit eigenen Key-Account-Managern. Diese unterstützen bei Planung, Ausmessung, Lieferung und Montage und koordinieren den gesamten Ablauf. Ziel ist es, Prozesse für Unternehmen möglichst einfach zu gestalten und gleichzeitig ein hohes Maß an Flexibilität zu bieten.

Eine zentrale Rolle im Business Network spielt das Thema Nachhaltigkeit. „Nachhaltigkeit ist bei Ikea ein zentraler Bestandteil unserer Werte“, so Dürr. Das betreffe Privat- wie Businesskunden gleichermaßen und reiche von nachhaltigeren Rohstoffen über besser recycelbare Verpackungen bis hin zur Gestaltung der Lieferlogistik. In vielen Städten erfolgen Zustellungen bereits emissionsfrei, etwa mit Elektro- oder Wasserstofffahrzeugen. Auch neue Standortkonzepte sind Teil dieser Strategie. Der Ikea Standort am Wiener Westbahnhof kommt ohne Parkplätze aus und setzt konsequent auf öffentliche Erreichbarkeit. „Gerade für Businesskunden ist der Standort sehr wichtig, da viele Betriebe in der Umgebung angesiedelt sind“, sagt Gerold. Kleinere Einkäufe würden direkt mitgenommen, größere Lieferungen ins Unternehmen erfolgen.

Positive Entwicklungen
Die wachsende Bedeutung des Business Networks spiegelt sich auch in den aktuellen Geschäftszahlen wider. Ikea Österreich erzielte im Geschäftsjahr 2024/25 einen Bruttoumsatz von 971 Mio. € und konnte seinen Marktanteil in einem rückläufigen Gesamtmarkt auf 15,1% steigern.
Der B2B-Bereich entwickelte sich dabei überdurchschnittlich: Der Umsatz stieg von 64,8 Mio. € auf 68,4 Mio. €, allein im vergangenen Jahr kamen 11.800 neue Unternehmenskunden hinzu. „Das Business-Geschäft ist eines unserer zentralen Fokusthemen für die kommenden Jahre“, zeichnet Gerold eine Zukunft mit viel Potenzial. Ziel sei es, Unternehmen das Einkaufen weiter zu erleichtern, die Services auszubauen und das Angebot noch bekannter zu machen.

Mehr dazu auf: tv.medianet.at

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