Handelsverband warnt vor anhaltender Konsumschwäche
© Leadersnet/Daniel Mikkelsen
HV-Geschäftsführer Rainer Will ist einer der lautesten Kritiker fernöstlicher E-Commerce-Plattformen in Österreich. Als Schüssel für ein „Level Playing Field” sieht er die Abschaffung der Zollfreigrenze.
RETAIL Redaktion 20.10.2026

Handelsverband warnt vor anhaltender Konsumschwäche

Die österreichische Wirtschaft zeigt laut den aktuellen Herbstprognosen von WIFO und IHS erste Anzeichen einer Erholung, der private Konsum bleibt jedoch schwach. Für 2026 erwarten die Wirtschaftsforschungsinstitute lediglich ein reales Konsumwachstum von 0,4 bis 0,5%, für 2027 werden 0,5 bis 0,7% prognostiziert. Gleichzeitig belastet die weiterhin hohe Inflation die Kaufkraft der Haushalte. Der Handelsverband sieht darin ein Warnsignal für den heimischen Einzelhandel und fordert wirtschaftspolitische Gegenmaßnahmen.

„Das ist keine nachhaltige Konsumerholung, sondern bestenfalls ein Einpendeln auf der Nulllinie“, erklärt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands. Besonders kritisch beurteilt er die geplante nationale Paketsteuer. Diese würde nicht nur internationale Onlineplattformen betreffen, sondern auch Bestellungen bei österreichischen Händlern verteuern. Zusätzliche Abgaben könnten die ohnehin schwache Nachfrage weiter dämpfen und die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen beeinträchtigen.

Der Handelsverband fordert daher eine Kurskorrektur bei der Paketsteuer sowie eine umfassende Entlastung der Wirtschaft. Zu den zentralen Anliegen zählen niedrigere Energiekosten, eine spürbare Senkung der Lohnnebenkosten und der Abbau bürokratischer Belastungen. Gerade angesichts der schwachen Konsumentwicklung brauche es Maßnahmen, die Investitionen und Kaufkraft stärken, statt zusätzliche Kosten zu verursachen.

„Österreich braucht eine Entlastungsoffensive und keine neuen kreativen Einnahmequellen“, betont Will. Anstatt neue Steuern einzuführen, solle die Bundesregierung ihre Ausgaben kritisch prüfen und strukturelle Reformen vorantreiben. Aus Sicht des Handelsverbands droht die erhoffte wirtschaftliche Erholung andernfalls weiterhin am schwachen privaten Konsum zu scheitern.
 

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