Keine Perspektive für 30 Unimärkte
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RETAIL Redaktion 06.02.2026

Keine Perspektive für 30 Unimärkte

Die Bundeswettbewerbsbehörde segnet Übernahmen von Rewe und Spar ab; ein Drittel der Filialen muss schließen.

TRAUN. Ende September verkündete die UniGruppe das Ende von Unimarkt. Prompt meldeten diverse Marktteilnehmer Interesse an den 90 zur Disposition stehenden Filialen – und rasch zeichnete sich eine Lösung für knapp die Hälfte von ihnen ab: Spar bekundete Interesse an 23 Standorten, die Rewe wollte 20 Märkte übernehmen.

BWB erteilt Genehmigung
Vergangene Woche gab die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) grünes Licht für die Übernahmen – und auch für sechs weitere Märkte seien „tragfähige Perspektiven erarbeitet“ worden, wie es seitens UniGruppe hieß. Wermutstropfen: Für zumindest 30 der übrigen 41 Märkte hat man die Hoffnung auf Fortführung abgeschrieben, sie sollen in den kommenden Monaten schließen.

Die Hälfte der künftigen Rewe-Filialen sowie 17 von Spar erhielten Auflagen von der BWB: Die Händler verpflichten sich demnach unter anderem, die betroffenen Märkte langfristig von selbstständigen Kaufleuten zu betreiben. Ein Großteil der Übergaben soll im ersten Quartal erfolgen.

Bei den Übernahme-Prüfungen habe sich die BWB „die Auswirkungen auf Konsumentinnen und Konsumenten einerseits sowie auf regionale Lieferantinnen und Lieferanten andererseits angesehen und die Einzugsgebiete analysiert“.
Dabei ging es unter anderem um die Erreichbarkeit von Alternativen und das Verhalten der Kunden inklusive Pendler. Für jeden der Standorte wurde eine eigene Beurteilung abgegeben. Der Bundeskartellanwalt sei in die Verhandlungen der Auflagen eingebunden gewesen und habe die Anmeldung ebenfalls freigegeben, so die BWB.
Von den fortgeführten Filialen befinden sich 21 in Oberösterreich, 16 in der Steiermark, neun in Niederösterreich, zwei in Salzburg und eine im Burgenland.

Rewe startet Umbauarbeiten
Wie Rewe-Vorstand Marcel Haraszti in einem Interview mit ORF Oberösterreich betonte, freue man sich, „alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unimarkt in der Rewe-Familie begrüßen zu dürfen“ – und nun gemeinsam mit „starken Kaufleuten und engagierten Teams nachhaltige Lösungen für die Nahversorgung zu schaffen“. Mit Adeg, Billa und Penny verfüge man über „starke Formate, mit denen man auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten Standorte betreiben, Arbeitsplätze erhalten und die Versorgung der Menschen in den Regionen langfristig absichern kann“. Die Umbauarbeiten in den Märkten sollen noch im Februar beginnen. (red)

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