KÖLN/WIEN. Künstliche Intelligenz gewinnt bei Kaufentscheidungen an Bedeutung, doch die vollständige Abwicklung eines Einkaufs durch KI-Agenten stößt auf Vorbehalte. Das zeigt der aktuelle KPMG Consumer Snapshot 03/2026, den das EHI Retail Institute im Auftrag von KPMG durchgeführt hat.
KI entscheidet mit
Demnach haben 46% der Befragten in den vergangenen zwölf Monaten häufig oder sehr häufig KI bei Kaufentscheidungen eingesetzt. 73% können sich vorstellen, einen KI-Agenten für den Vergleich von Produkten, Preisen und Angeboten zu nutzen. Männer greifen etwas häufiger auf KI zurück als Frauen, in Städten ist die Nutzung stärker als auf dem Land.
Wie weit die Konsumenten Aufgaben übertragen würden, hängt stark vom jeweiligen Einkaufsschritt ab. Beim Kauf eines Smartphones würden 72% einen KI-Agenten zur Informationssuche einsetzen, bei der Bezahlung sinkt die Bereitschaft auf 45%. Die abschließende Entscheidung wollen viele weiterhin selbst treffen. Damit zeichnet sich ab, dass sich Agentic Commerce zunächst vor allem bei Recherche und Produktauswahl durchsetzen dürfte.
Als wesentliche Risiken gelten die Bevorzugung bestimmter Händler, die unerwünschte Verwendung persönlicher Daten sowie unzuverlässige Informationen und ungeeignete Empfehlungen. Auffällig ist das unterschiedliche Vertrauen in die Anbieter: 64% bevorzugen allgemeine generative KI, wenn es um Objektivität und Unabhängigkeit von kommerziellen Interessen geht. Lediglich 7% würden dafür eine KI von Händlern oder Herstellern wählen.
Entscheidend für die Akzeptanz sind klare Kontrollmöglichkeiten. 79% wollen jederzeit selbst eingreifen und Entscheidungen übernehmen können, 74% möchten bestimmen, welche persönlichen Daten verwendet werden. Für 72% ist die Festlegung von Regeln, Budgets und Ausschlusskriterien wichtig. Weitere 67% verlangen Transparenz darüber, ob wirtschaftliche Interessen die Empfehlungen beeinflussen.
Preis und Seriosität wichtig
Bei KI-gestützten Kaufentscheidungen stehen Produktqualität, günstige Preise und die Seriosität der Anbieter im Vordergrund. Auch ein schneller, verständlicher Überblick über die wichtigsten Produktinformationen wird hoch bewertet. Kundenbewertungen und kurze Lieferzeiten sind weniger entscheidend.
Nachhaltigkeit und Markenpräferenzen sind nachrangige Kriterien. Für Händler und Hersteller ergibt sich daraus die Herausforderung, KI-Angebote zu entwickeln, die einen erkennbaren Nutzen bieten, ohne den Konsumenten die Kontrolle über ihre Kaufentscheidungen zu entziehen. (red)
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