Outlet-Center in Europa verzeichnen stabile Marktentwicklung
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McArthur Glen ist der größte Einzel-Outlet-Betreiber in Europa
RETAIL Redaktion 27.07.2026

Outlet-Center in Europa verzeichnen stabile Marktentwicklung

Eine Analyse der Wirtschaftsberatung ecostra zeigt eine konstante Entwicklung bei europäischen Outlet-Centern sowie ein hohes Interesse von Investoren.

WIESBADEN/EUROPA. Während der stationäre Einzelhandel in vielen Bereichen unter Konsumzurückhaltung leidet, erweisen sich Fabrikverkaufszentren als weitgehend widerstandsfähig gegenüber dem Online-Handel. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Marktuntersuchung der ecostra GmbH mit Sitz in Wiesbaden.

Die Entwicklungsdynamik bei Neuentwicklungen hat sich jedoch verlangsamt. Dr. Joachim Will, Geschäftsführer von ecostra, erklärt: „Dies mag daran liegen, dass vor allem die Outlet-Märkte der west- und südeuropäischen Länder zunehmende Anzeichen einer Marktsättigung zeigen. Dies mag auch daran liegen, dass in vielen dieser Länder die Planungs- und Genehmigungsverfahren extrem lang und kostenintensiv sind, was vor allem auch für Deutschland gilt. Und die zwischenzeitlich deutlich gestiegenen Kapital- und Baukosten spielen hier ebenfalls eine nicht geringe Rolle.“

Seit Anfang 2025 gab es mit dem Designer Outlet Kraków in Polen nur eine Neueröffnung in Europa. Die Projektpipeline umfasst aktuell rund 20 Vorhaben, davon sieben in Deutschland. Will führt dazu aus: „Diverse andere Projektplanungen wurden zwischenzeitlich zurückgestellt oder aus unterschiedlichen Gründen aufgegeben. So hat sich die Projektpipeline in den letzten Jahren sukzessive geleert und steht aktuell noch bei etwa 20 mehr oder weniger konkreten Neuplanungen von Outlet Centern in Europa. Mit 7 Vorhaben befinden sich die meisten in Deutschland. Noch vor 10 Jahren, also im Jahr 2016, stand die Zahl der Neuplanungen in Europa bei 62, davon allein in Deutschland 20 Standorte. Da sind viele Vorhaben auf der Strecke geblieben.“

Insgesamt erfasst die Erhebung 195 betriebene Center in Europa mit zusammen über 3,2 Millionen Quadratmetern Verkaufsfläche. Das Marktgeschehen wird derzeit vor allem durch Erweiterungen im Bestand geprägt. Für den deutschen Markt erwartet Will weitere Flächenzuwachse: „Für die Erweiterungsplanungen in Montabaur und in Zweibrücken wurden die Baugenehmigungen erteilt. Zwar ist die Planung in Zweibrücken noch durch Normenkontrollklagen bedroht, aber wir gehen davon aus, dass diese Einsprüche von Nachbargemeinden vor Gericht scheitern werden.“

Gleichzeitig verzeichnet der Sektor eine hohe Aktivität auf dem Investmentmarkt. Nach Rekordjahren in 2024 und 2025 wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 Transaktionen von knapp einer Milliarde Euro registriert. Will hält fest: „Nicht nur Family Offices, sondern zunehmend mehr institutionelle Investoren haben die Vertriebsform Outlet-Center als interessantes Investment entdeckt und sind bereit, für erfolgreiche und gut positionierte Standorte tief in die Tasche zu greifen.“

Unter den aktiven Käufern befinden sich unter anderem die französische Frey-Gruppe, VIA Outlets, TPG, die Simon Property Group sowie die Fraser Group. Will fasst die Rolle der Immobilienklasse zusammen: „Dies trifft auch auf weitere nationale und internationale Investoren zu. Ein gutes Outlet Center bildet für jedes Portfolio einen Stabilitätsanker. Das kann man derzeit nicht von allzu vielen Einzelhandelsimmobilien behaupten.“ (red)

Mehr Informationen unter: www.ecostra.com

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