WIEN. Das Konzept der Grätzl-Ladezonen wird im Wiener Stadtgebiet ausgeweitet. In Neubau wurden in der Schottenfeldgasse die ersten zwei Standorte eingerichtet. Weitere Zonen befinden sich in Mariahilf sowie in Planung für die Leopoldstadt, Wieden und Meidling.
Im Unterschied zu herkömmlichen Ladezonen stehen diese Einrichtungen sowohl Gewerbetreibenden als auch Privatpersonen zur Verfügung. Die Standorte werden nicht einzeln beantragt, sondern durch Stadtplaner ausgewertet und platziert. Als Grundlage dient der von der Wirtschaftskammer Wien und der TU Wien entwickelte Ladezonen-Rechner.
Gurdial Singh Bajwa, Obmann der Wiener Kleintransporteure, hält fest: „Wir Zusteller freuen uns, dass das Konzept der Grätzl-Ladezonen angekommen ist und sie in immer mehr Bezirken errichtet werden. Denn wir – und damit unsere Kunden – profitieren besonders von Grätzl-Ladezonen.“
Hinsichtlich der bisherigen Regelungen ergänzt Bajwa: „Das hat gerade in Gegenden, wo es keine oder wenig Betriebe gibt, dazu geführt, dass Lieferanten keine legale Haltemöglichkeit vorgefunden haben. Sie mussten länger nach einer Ladezone suchen und dann weite Wege zu Fuß zurücklegen, was Zeit und Geld kostet. Durch die gezielte Errichtung von Grätzl-Ladezonen werden Lieferanten entlastet und der Straßenverkehr reduziert.“
Neubaus Bezirksvorsteher Markus Reiter sagt zur Nutzung des öffentlichen Raums: „Die Mobilität in unseren Grätzln verändert sich – und damit auch die Anforderungen an den öffentlichen Raum. Es geht längst nicht mehr nur um fixe Parkplätze und Ladezonen für Warenanlieferungen: Auch Handwerksbetriebe, Pflegedienste, Bewohnerinnen und Bewohner mit einem größeren Einkauf, Menschen mit Sharing- oder Mietautos oder Familien vor einer Urlaubsreise sind darauf angewiesen, in Wohnortnähe kurz halten sowie ein- und ausladen zu können. Als Bezirk ist es unsere Aufgabe, dafür praktikable Lösungen zu schaffen. Deshalb freue ich mich besonders über die Initiative der Wirtschaftskammer Wien und die Unterstützung durch die Verkehrsbehörde (MA 46).“
Reiter betont weiters: „Die Grätzl-Ladezonen erleichtern es, dort Halte- und Lademöglichkeiten einzurichten, wo sie tatsächlich gebraucht werden. Das ist eine sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden Haltezonen im Bezirk und ein wichtiger Beitrag zu einer fairen und zeitgemäßen Nutzung des öffentlichen Raums.“
Privatpersonen können die Zonen mit einem kostenlosen Kurzparkschein für eine Dauer von bis zu zehn Minuten bzw. für die Zeit des Ladevorgangs nutzen. Die Regelung gilt werktags von Montag bis Freitag zwischen 07:00 und 19:00 Uhr sowie samstags von 07:00 bis 13:00 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten greifen die allgemeinen Kurzparkzonenregelungen. (red)