Smartphone wird zum wichtigsten Einkaufsgerät
© Nexi Austria
Damir Leko
RETAIL Redaktion 11.05.2026

Smartphone wird zum wichtigsten Einkaufsgerät

WIEN. Der digitale Handel in Österreich erreicht laut dem aktuellen Payment Report 2025 von Nexi und Handelsverband eine neue Reifestufe. Bereits 90% der Österreicher kaufen online ein, für 65% ist das Smartphone mittlerweile das wichtigste Gerät beim digitalen Einkauf. Digitale Zahlungen sind damit sowohl online als auch im stationären Handel fest im Alltag verankert. Grundlage des Reports ist eine europaweite Studie mit rund 28.000 Befragten in elf Ländern, darunter mehr als 2.500 in Österreich.

„Der österreichische Payment-Markt hat eine hohe digitale Reife erreicht. Neue Technologien allein machen heute keinen Unterschied mehr – entscheidend ist, wie einfach, schnell und zuverlässig sie im Alltag funktionieren“, erklärt Damir Leko, Country General Manager von Nexi Österreich. Konsumenten erwarteten „konsistente nahtlose Prozesse über alle Kanäle hinweg“. Wer Reibung im Zahlungsprozess reduziere, stärke nicht nur den Abschluss, sondern auch die langfristige Kundenbindung.

Auch Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will sieht den digitalen Einkauf längst im Mainstream angekommen. Besonders stark sei die Nutzung bei den 18- bis 59-Jährigen, aber auch die Generation 60+ kaufe mittlerweile mehrheitlich online ein. Bei den Zahlungsarten dominieren laut Studie Einfachheit (60%), Geschwindigkeit (58%) und Sicherheit (53%). Debit- und Kreditkarten bleiben die wichtigsten Methoden, während alternative Zahlungsarten ergänzend genutzt werden.
„Wir sehen, dass Konsumentinnen und Konsumenten heute sehr bewusst entscheiden, wie sie bezahlen. Sie erwarten einfache Abläufe, klare Informationen und ein verlässliches System“, so Leko. Payment dürfe deshalb nicht isoliert betrachtet werden, sondern müsse Teil der gesamten Customer Journey sein.

Der digitale Handel entwickelt sich zunehmend in Richtung Alltag und Services. Bekleidung bleibt mit 45% die wichtigste Online-Kategorie, gefolgt von Schuhen (28%), Beauty-Produkten (23%) und Lebensmitteln (22%). Gleichzeitig wächst der Bereich digitaler Dienstleistungen deutlich. Streaming-Dienste erreichen bereits 32%, Versicherungen legen ebenfalls stark zu.

Auch Reisen werden zunehmend digital organisiert: 23% der Österreicher buchen Hotels online, 22% kaufen Zugtickets digital. In Gastronomie und Cafés dominiert hingegen weiterhin der stationäre Konsum. Apotheken zeigen wiederum beide Welten zugleich: 28% kaufen online, gleichzeitig zählen stationäre Apotheken mit 50% zu den wichtigsten Ausgabebereichen.
Besonders dynamisch entwickelt sich Mobile Payment. Bereits 38% bezahlen im Geschäft mit dem Smartphone, bei den 18- bis 29-Jährigen liegt der Anteil bei 73%. „Der Onlinehandel bleibt auf der wirtschaftlichen Überholspur und das Smartphone der Überflieger“, sagt Rainer Will. Zwei Drittel der Österreicher nutzten das Handy inzwischen als Hauptgerät im E-Commerce.

Trotz des digitalen Schubs bleibt Bargeld stabil und macht weiterhin rund 40% der Zahlungen aus. Österreich zeige damit eine Koexistenz verschiedener Zahlungsformen – digital fortgeschritten, aber ohne vollständige Verdrängung traditioneller Methoden. Parallel wächst auch das Bewusstsein für Nachhaltigkeit. 41% der Konsumenten achten beim Online-Shopping auf Umweltaspekte. Besonders gefragt sind laut Studie abfallarme Verpackungen, nachhaltige Retourenprozesse und effizientere Logistik mit längeren Lieferzeiten. „Österreich befindet sich auf einem sehr guten Weg“, so Leko. Entscheidend seien künftig integrierte, effiziente und vertrauenswürdige Prozesse über alle Kanäle hinweg.

 

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