Walter Zinggl erhält den xcellence.award
© IP Österreich/Raphael Fasching
Walter Zinggl
MARKETING & MEDIA Redaktion 08.05.2026

Walter Zinggl erhält den xcellence.award

Der Kommunikationsprofi spricht im großen Porträt über seine bewegte Karriere und die Zukunft der Branche.

••• Von Sascha Harold

Spricht man über die österreichische Werbebranche der vergangenen Jahrzehnte, dann führt an einem Namen kaum ein Weg vorbei: Walter ­Zinggl. Der zuletzt langjährige Geschäftsführer der IP Österreich wurde im Rahmen der ­gestrigen X night mit dem medianet ­xcellence.award ausgezeichnet.

Den Grundstein seiner Karriere legte Zinggl bereits früh in Otta­kring. Als für die Schülerzeitung jemand gebraucht wurde, der Inserate akquirieren sollte, war er zur Stelle. „Ich habe gewusst: Das ist das, was ich machen will. Ich will in die Werbung“, erinnert sich Zinggl an diese Zeit. Beruflich begann sein Weg bei der damaligen Agentur Publicitas; er erlebte die Hochphase der Werbung bei den Größen der Branche. Nachdem die Agentur in das Bozell-Netzwerk integriert wurde, stieg er dort Ende der 1980er-Jahre zum geschäftsführenden Gesellschafter auf. Danach folgte der Wechsel zu Ogilvy. „Die erste wirklich große internationale Netzwerkagentur“, wie Zinggl erzählt. Trotz Mitbewerbern wie Demner, Merlicek & Bergmann sowie GGK behauptete sich die Agentur und konnte große Etats wie Atomic gewinnen. Daraufhin wechselte er als CEO zu Publicis – für ihn die „schönste Agenturzeit meines Lebens“, wie Zinggl heute rückblickend sagt.

Seitenwechsel in den 2000ern
Der wohl markanteste Wendepunkt seiner Karriere folgte Anfang der 2000er-Jahre, als er von Alexander Wrabetz zu ORF-Enterprise geholt wurde, um den Sender für den verstärkten Wettbewerb durch das Privatfernsehen zu rüsten. Nach einer Zwischenstation bei der Mediaagentur Maxus folgte dann der Wechsel zum damaligen Vermarkter IP Österreich, die seit Mitte 2025 unter dem neuen Namen RTL AdAlliance firmiert.

„Es war damals eine Zeit, in der es notwendig war, einige Weichenstellungen zu machen. Wir hatten damals am Beginn vier oder fünf Sender, übergeben habe ich 15 Sender in der klassischen Vermarktung, darunter jene der RTL Gruppe, aber auch Sender wie Sport1, DMAX oder österreichische Programme wie oe24 oder krone.tv“, so Zinggl.

Beeindruckendste Momente
Nachdem IP Österreich in die RTL AdAlliance integriert wurde, übergab Zinggl Anfang des heurigen Jahres auch seine Geschäftsführerrolle an Elisabeth Frank, die die Geschäfte gemeinsam mit Claudia Ostermann-Schabata und Oliver Vesper führt.

Gefragt nach den beeindruckendsten Momenten seiner langen, abwechslungsreichen Karriere, bleibt Zinggl gewohnt menschlich: „Wenn du eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter aufgenommen hast, dich bemühst, sie zu entwickeln und das dann aufgeht. Das ist etwas, das mit nichts anderem zu vergleichen ist.“

Branchenausblick
Um die Zukunft der Kommunikationsbranche macht sich Zinggl keine Sorgen – auch wenn die Geschwindigkeit der Veränderung zunimmt und die Branche davon nicht verschont bleibt. „Der Mensch ist ein Gesellschaftsmensch, und damit diese Gesellschaften funktionieren, müssen sie kommunizieren. Wir sitzen also in der Schaltzentrale dessen, was menschliche Gesellschaften aufmacht. Das wird nicht vorbeigehen.“ Braucht es dafür auch künftig Agenturen? Hier antwortet der Kommunikationsprofi differenziert: „Ich mache mir auch um Agenturen keine Sorgen, weil ich glaube, dass Werbetreibende immer Sparringpartner brauchen – solange Agenturen das auch wirklich sind und sie für ihre Kunden leben.“

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